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Leverkusen
Für Liebhaberobjekte wie die Alte Landwirtschaftsschule ist kein Geld da

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2 min
Ein historisches Gebäude in Opladen

Heruntergekommen: Die Landwirtschaftsschule, früher Sitz des Chemischen Untersuchungsinstituts der Stadt

Die Stadt unterhält für viel Geld eine Immobilie, die sie nicht mehr nutzen wird. Jetzt nicht. In zehn Jahren auch nicht. Sie sollte das beenden. 

Die Alte Landwirtschaftsschule ist ein stattliches historisches Gebäude ganz in der Nähe der Wupper. Es steht seit 1987 unter Denkmalschutz. Und seit neun Jahren leer. Der Unterhalt des Hauses kostet die Stadt jährlich etwa 30.000 Euro.

Schon deshalb ist es sicher sinnvoll und richtig, dass CDU-Mann Matthias Itzwerth das Thema wieder aufgreift und schreibt, es müsse endlich was passieren. Denn trotz der Unterhaltskosten ist der Anblick des Gebäudes mit seinem vernagelten Fenstern jämmerlich. Das ist Itzwerth recht zu geben.

Peter Seidel

Peter Seidel

Seit Oktober 2024 Redakteur in der Lokalredaktion Leverkusen des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1963. Studium der Romanistik, Anglistik und Geschichte in Kiel, Mailand und Bonn. Seit 1994 für den S...

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Allerdings zeugt der Grundgedanke seiner Anfrage an die Stadtverwaltung nicht von besonders viel Realitätssinn. Itzwerth will das Gebäude verkaufen, dabei aber auf jeden Fall erhalten. Da bringt er nicht den Mut auf, aus einer richtigen Erkenntnis auch die richtige Konsequenz zu ziehen. Denn welcher private Investor wäre bereit, die Alte Landwirtschaftsschule für 1,5 bis 2,0 Millionen Euro zu kaufen und sich  aber dann enge Fesseln anlegen zu lassen, wie er mit seinem Eigentum umgehen darf? 

Itzwerth befindet sich mit seinem untauglichen Versuch, das historische Gebäude zu retten in schöner Gemeinschaft mit der Gruppierung Opladen Plus, die mit immer neuen fantastischen Ideen für die Immobilie an die Öffentlichkeit tritt.

Gerald Hochkamer, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Leverkusen, liegt mit seiner Einschätzung zur Alten Landwirtschaftsschule höchstwahrscheinlich richtig: Sie ist ein „Liebhaberobjekt, das unter wirtschaftlichen Aspekten kaum zu revitalisieren ist“, wie er auf Anfrage dieser Zeitung schreibt. Deshalb kann die Konsequenz nur lauten: Die Stadt sollte das Gebäude verkaufen, womöglich gemeinsam mit den rechts anliegenden städtischen Gebäuden Düsseldorfer Straße 155 und 157, die bereits als Wohnungen genutzt werden. Die einzige Auflage, die sie einem Investor machen sollte, ist: Nach einem Abriss der Alten Landwirtschaftsschule muss dort Wohnbebauung entstehen.