Die CDU unternimmt einen neuen Anlauf, eine Lösung für die seit neun Jahren leerstehende Alte Landwirtschaftsschule in Opladen zu finden.
Historisches GebäudeCDU will Landwirtschaftsschule in Opladen verkaufen und erhalten

Die CDU möchte die seit 2017 leerstehende Alte Landwirtschaftsschule so schnell wie möglich verkaufen.
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Die CDU in Opladen unternimmt einen neuen Anlauf, um eine Lösung für das historische Gebäude der Alten Landwirtschaftsschule an der Düsseldorfer Straße zu finden. Die Christdemokraten, namentlich ihr Fraktionschef in der Bezirksvertretung, Matthias Itzwerth, wollen das Gebäude und das dazugehörige Grundstück einerseits verkaufen. Damit verknüpft Itzwerth aber zugleich das Ziel, „dieses fantastische Gebäude zu erhalten und wieder einer Nutzung zuzuführen“, wie es in einer umfangreichen Anfrage an die Verwaltung heißt.
Itzwerth verabschiedet sich in dieser Anfrage außerdem von der Vorstellung, die Alte Landwirtschaftsschule zu einem Teil des „Historischen Zentrums“ in diesem historischen Opladener Siedlungsareal nördlich der Wupper zu machen. Das Konzept eines Historischen Zentrums, zu dem das ehemalige Landratsamt (Sitz des Stadtarchivs), die Villa Römer und der Friedenberger Hof wird seit Anfang der 2020er-Jahre vor allem vom Opladener Geschichtsverein verfolgt. Aus der Stadtverwaltung selbst heraus ist es dagegen nicht weiter verfolgt worden. Itzwerth dazu: „Den Gedanken, das Gebäude in ein 'Historisches Zentrum am Frankenberg' zu integrieren, halte ich für utopisch und insbesondere angesichts der Finanzlage unserer Stadt in der nächsten Dekade für nicht umsetzbar.“
Sanierung finanziell nicht zu stemmen
Der Christdemokrat fragt die Stadtverwaltung dennoch, ob sie eine „realistische Chance“ sieht, das vor gut 100 Jahren errichtete Gebäude in das Geschichtszentrum zu integrieren, gibt sich die Antwort aber gleich selbst: Die Einbeziehung sei, angesichts des Sanierungsbedarfs auch in den anderen historischen Gebäuden, die Teil des Zentrums werden sollen, „finanziell nicht darstellbar“.
Itzwerth will auch wissen, ob die Verwaltung eine Chance sieht, „das Gebäude zeitnah einer städtischen Nutzung zuzuführen“. Auch diese Frage hatte die Verwaltung im vergangenen Jahr im Prinzip bereits klar beantwortet. Erst tauchte die Alte Landwirtschaftsschule im April 2025 auf einer Liste mit Sparvorschlägen für das Haushaltssicherungskonzept auf. Dort hieß es, das ehemalige Chemische Untersuchungsinstitut (CUI) – es residierte in der Alten Landwirtschaftsschule bis 2017 und als CUI wird das Gebäude in der Verwaltung immer noch geführt – könnte für 1,5 bis 2,0 Millionen Euro verkauft werden. Dann wurden im Juni 2025 verwaltungsinterne Überlegungen öffentlich, die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) könnte die marode Immobilie übernehmen. Das wiederum wies die WGL vehement von sich.
Kurz: Die Verwaltung sieht ganz offensichtlich keine Möglichkeit, das heruntergekommene Gebäude selbst nochmal irgendwann zu nutzen. Sie möchte es im Gegenteil offenbar möglichst schnell los sein.
An der Einstellung der WGL zu der Liegenschaft hat sich im Übrigen in den vergangenen neun Monaten auch nichts geändert. Auf Anfrage des Leverkusener Anzeiger schrieb WGL-Geschäftsführer Gerald Hochkamer: „Seitens der WGL bestehen weiterhin keine Überlegungen, das Gebäude zu übernehmen. Unsere Haltung ist diesbezüglich also unverändert.“
In seiner Anfrage an die Verwaltung will Itzwerth schließlich wissen, ob sich ein privater Investor mit Kaufinteresse an der Alten Landwirtschaftsschule gemeldet hat und welche Möglichkeiten die Stadt hätte, „Gestaltungs- und (mögliche spätere) Eingriffsrechte der Stadt mit dem Verkauf nicht vollständig aus der Hand zu geben“, sprich Einfluss darauf zu nehmen, in welchem Zeitrahmen ein möglicher Investor dort wie und wofür in die historische Bausubstanz eingreift.

