Vor der Bühne an der Wacht am Rhein wurde am Donnerstag getanzt, mitgesungen und gefeiert. Am Freitag geht es weiter.
Vatertag in Leverkusen„Live am Rhein“: Entspannt und trotzdem ein Festival

Trotz wechselhaften Wetters zieht „Live am Rhein“ am Donnerstag Besucher an.
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Eigentlich ist das Wetter an diesem Vatertag fast durchgehend kurz davor, die Stimmung kippen zu lassen. Dunkle Wolken ziehen über den Rhein, immer wieder setzt leichter Regen ein, dann kommt plötzlich wieder Sonne durch die Bäume des Neulandparks. Genau daraus entsteht am Donnerstag bei „Live am Rhein“ aber eine fast überraschend entspannte Atmosphäre. Zwischen Kölschwagen, Currywurstgeruch und Livemusik entwickelt sich am Rheinufer ein Treffen, das sich nett und klein anfühlt – und deshalb funktioniert.
Farbenstadtorchester trifft Nerv
Das Wacken Open Air ist ja schließlich auch für den Schlamm beliebt. Und so tut die verschlammte Wiese auch der Stimmung beim „Live am Rhein“ keinen Abbruch. Musikalisch wird vor allem das Farbenstadtorchester zum Mittelpunkt des Tages. Die Leverkusener Indie-Rock-Band spielt am Nachmittag vor mehreren hundert Besuchern ohne Pause und schafft schnell diese leicht chaotische, sympathische Festivalstimmung, bei der man nie genau weiß, ob gleich getanzt oder einfach nur gelacht wird. Sänger Lukas Raschke springt zwischen ernsteren Songs, ironischen Ansagen und kleinen literarischen Seitenhieben hin und her.
Vor der Bühne bilden sich schnell kleine Gruppen tanzender Besucher, viele mit Getränken in der Hand, einige trotz des Aprilwetters im Mai ohne Jacke. Besonders auffällig: Die Menschen bleiben ungewöhnlich lange vor der Bühne stehen. Viele kommen eigentlich nur für einen kurzen Vatertagsstopp vorbei und bleiben dann doch für mehrere Sets im Neulandpark hängen. „Das ist irgendwie genau die richtige Mischung aus entspannt und trotzdem Festival“, sagt Besucher Felix Marten.
Zwischen Rheinblick und Kölschwagen
Der Neulandpark zeigt dabei einmal mehr, warum die Wiese direkt am Rhein für solche Veranstaltungen fast ideal ist. Im Augenwinkel ziehen langsam Schiffe vorbei, während Menschen auf Bierbänken sitzen oder mit Essen über das Gelände laufen. Vor allem an den Kölschwagen und am Currywurststand bilden sich am Nachmittag immer wieder kleinere Schlangen. Der Duft von Bratwurst, Pommes und nassem Gras hängt zeitweise gleichzeitig in der Luft: Sehr viel typischer kann sich ein Vatertag im Rheinland wohl kaum anfühlen.
„Und ehrlich gesagt gehört dieses halb schlechte Wetter an Vatertag doch inzwischen fast dazu“, ergänzt Vater Bernward Marten aus Opladen. Bereits mittags eröffnet die San Marino Band das Programm und zieht erste Besucher auf das Gelände. Gegen Abend wird die Stimmung vor der Bühne dann deutlich ausgelassener. Vor allem bei Kärnseife wird getanzt und mitgesungen. Die große Bühne und vor allem die Lautsprecher wirken dabei fast etwas überdimensioniert für die entspannte Größe des Publikums.
Gerade die Offenheit macht den Reiz des Tages aus: Man kann sich treiben lassen zwischen Musik, Gesprächen und Rheinblick. Als am Abend noch einmal kurz die Sonne durch die Wolken bricht und sich das Licht auf dem Wasser spiegelt, wird vor der Bühne getanzt, als wäre der Sommer längst angekommen.
Live am Rhein geht auch am Freitag, 15. Mai, weiter. Das Gelände ist von 15 bis 22 Uhr geöffnet, auf der Bühne spielen Bergish Blend (16 bis 18 Uhr) und Mr. B. Fetch (19 bis 22 Uhr)
