Die Gemälde, Collagen und Skulpturen des Künstlers zeigen bizarre Wesen und traumhafte Bildkombinationen.
150 aus 150Max Ernst gehörte zu den Begründern des Surrealismus

Max Ernst in der Tate Gallery in London während einer Ausstellung seiner Werke in den 1960er Jahren.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 17. Teil der Serie geht es um den Künstler Max Ernst.
Bedeutung
Max Ernst gehörte zu den Begründern des Surrealismus, der die Kunst des 20. Jahrhunderts entscheidend prägte. Ernst war äußerst vielseitig. Er schuf Gemälde, Collagen und Skulpturen, die Weltruhm errangen. Seine Werke zeigen bizarre Wesen und traumhafte Bildkombinationen. Seit 1922 lebte er in Paris. Ernst entwickelte mehrere Kunsttechniken, unter anderem entdeckte er das altchinesische Verfahren der Abreibung eines Gegenstands mittels Bleistift auf Papier neu, bekannt als „Frottage“. Im Zweiten Weltkrieg emigrierte Ernst, dessen Werke im NS-Staat als „entartet“ galten, in die USA. 1953 kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in Frankreich nieder.
Max Ernst
Geboren: 2. April 1891 in Brühl
Gestorben: 1. April 1976 in Paris
Wirken in Köln
Der Besuch der Kölner Sonderbundausstellung 1912 war die Initialzündung für den jungen Rheinländer, der seit einigen Jahren nebenher malte, sein Leben vollständig der Kunst zu widmen. 1918 heiratete Ernst seine erste Frau, die Kölnerin Louise Straus-Ernst, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Ihr gemeinsamer Sohn Jimmy überlebte in den USA. In Köln gründete Ernst 1919 mit Hans Arp und Johannes Theodor Baargeld eine Dada-Gruppe, die Kontakte zu den Dadaisten in Zürich und Paris aufnahm. Eine Zeit lang galt die rheinische Stadt daher als eine Hochburg der Dada-Bewegung.
Eine erste Ausstellung schloss die britische Militärregierung. Eine zweite Ausstellung folgte 1920 im Brauhaus Winter mit Zugang über die Herren-Toilette. 1926 rief das Bild „Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen“ bei der Ausstellung im Kölnischen Kunstverein den Protest der katholischen Kirche hervor. Das Bild kam über die Sammlung Ludwig 1986 in das gleichnamige Museum. Seit 1953 verband Ernst eine lebenslange Freundschaft mit den Kölner Galeristen Hein und Eva Stünke.
Bemerkenswert
Ernsts Vater, von Beruf Taubstummenlehrer, malte in der Freizeit ebenfalls. Seinen fünf Jahre alten Sohn porträtierte er als Jesuskind.
Spuren in der Stadt
An Max Ernst erinnern eine Straße im Widdersdorf und die Gesamtschule in Bocklemünd/Mengenich. 1961 wurde ihm die Stefan-Lochner-Medaille der Stadt Köln verliehen. In Brühl unterhält der Landschaftsverband Rheinland ein Museum mit seinen Werken.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
