Nach drei Jahren Pause öffnet das Kran-Café am Hitdorfer Hafen mit erweitertem Angebot wieder.
Mehr Platz durch ContainerKran-Café in Hitdorf öffnet nach drei Jahren wieder

Im denkmalgeschützten Kran können künftig bis zu zehn Gäste Platz nehmen, auch der Außenbereich wurde erweitert.
Copyright: Charlotte Breidohr
Nach drei Jahren Zwangspause kehrt das gastronomische Leben am Hitdorfer Hafen zurück: Am Freitag, 28. August, öffnet das Kran-Café um 16 Uhr wieder. Im und unter dem historischen Kran gibt es künftig Getränke, Kuchen und kleine Speisen. Inhaber Ralf Auel und seine Nichte, Café-Managerin Jasmin Azaimi, wollen den Ort erneut zum Treffpunkt für Spaziergänger und Radfahrer machen.
Hinter den Betreibern liegen Jahre des Wartens. Während Hafenpromenade und Kaimauer erneuert wurden, habe der Betrieb zunächst nur zeitweise öffnen dürfen, erzählt Azaimi: „Das war ein Hin und Her – manchmal durften wir aufmachen, manchmal nicht.“ Seit drei Jahren blieb das Café schließlich ganz geschlossen. Für Auel war Aufgeben dennoch keine Option. Das Café sei seine „Herzensangelegenheit“, sagt der 66-Jährige.
Rund 500.000 Euro aus seinem Privatvermögen habe er in das Projekt gesteckt. Vieles an Ausbau und Einrichtung gestaltete der pensionierte Gerüstbauer selbst. Außerdem baute er zwei nahe gelegene Hausboote um, um durch die Gästeübernachtungen Einnahmen zu generieren. „Kein anderer hätte das durchgehalten“, sagt seine Nichte Jasmin, die seit 2017 mit ihrem Onkel den Betrieb führt.
Mehr Plätze und eine kürzere Winterpause
In den drei Jahren hat Auel einiges verändert und so Platz für doppelt so viele Gäste geschaffen: Die Theke ist aus dem alten Kran in die neue Serviceeinheit umgezogen, einen 72 Quadratmeter großen barrierefreien Container. Aus den getönten Scheiben haben Gäste einen Ausblick auf den Rhein und die Uferpromenade. Im denkmalgeschützten Kran selbst gibt es nun zehn Sitzplätze mit Blick auf den Rhein, weitere Innen-Sitzplätze befinden sich im neuen Container und draußen. Statt 50 können ab kommenden Wochenende bis zu 100 Gäste einkehren.

Café-Managerin Jasmin Azaimi steht im neuen Container vor der Theke des Kran-Cafés.
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Geöffnet sein soll – abgesehen von einer Winterpause von Mitte Dezember bis Ende Januar und zwei Wochen in den Schulferien – von 12 bis 21 Uhr, montags ist Ruhetag. Bislang blieb das Kran-Café im Winter vollständig geschlossen. Die neuen Innenplätze ermöglichen nun eine längere Saison. Um 21 Uhr ist auch aus Rücksicht auf die Nachbarschaft Schluss: Spätestens um 22 Uhr solle Ruhe am Hafen einkehren.
Auel rechnet vor allem am Wochenende mit Andrang. „Wir sind froh, dass wir nun endlich wieder aufmachen können. Es war ein Hin und Her mit den ganzen Genehmigungen. Wir glauben, das Eröffnungswochenende wird ein Erfolg, wenn es nicht regnet“, sagt er. Seine Nichte Jasmin berichtet, die Menschen stünden bereits am Zaun und können es kaum abwarten.
Der dunkle Container sorgte für politischen Streit
Die Vorfreude wurde von einer langwierigen Debatte über die neue Serviceeinheit begleitet. Der zwölf mal sechs Meter große, dunkle Container mit Toiletten und Theke steht rund einen Meter höher, als es die ursprüngliche Planung vorsah. Bei Hochwasser kann die Einheit aufschwimmen; die darunter angebrachten Schwimmkörper sollten in Mulden im Boden verschwinden, aber laut Auel wurde dies von der zuständigen Behörde nicht genehmigt.

Der neue, barrierefreie Container bietet zusätzliche Sitzplätze und einen Blick auf den Rhein.
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Nach dem Aufstellen entzündete sich deshalb Kritik an dem Container. Mitglieder der CDU in der Bezirksvertretung I bezeichneten ihn als unansehnlichen „schwarzen Kasten“. Anwohner beklagten, dass die höhere Serviceeinheit ihren Blick auf den Hafen beeinträchtige. Weil die ausgeführte Höhe von der damaligen Genehmigung abwich, verhängte die Stadt zwischenzeitlich einen Baustopp. Auel stellte einen neuen Bauantrag. Die Verwaltung erklärte später gegenüber der Politik, für eine Ablehnung der erhöhten Ausführung gebe es wohl keine rechtliche Handhabe; ein freier Blick der Nachbarn sei kein geschützter Anspruch.
Nach Angaben Auels sind inzwischen alle Genehmigungsfragen geklärt. Die dunkle Farbe sei bewusst an den industriellen Charakter des Hafens angepasst worden. Trotzdem rechnen Onkel und Nichte mit weiteren Beschwerden der Anwohner, die sich in früheren Jahren immer mal wieder vom Betriebslärm gestört gefühlt haben. Auel zeige Verständnis dafür und schließe das Café deshalb bereits um 21 Uhr, denn „es bringe nichts, wenn man sich unter Nachbarn anfeindet“, sagt er. Er suche immer nach einer gemeinsamen Lösung. Ob diese am Hafen trägt, dürfte sich nach Freitag vor allem an sonnigen Abenden zeigen.
