Yaakov Agam starb mit 98 Jahren in Israel. Zu Beginn mochten nicht alle den Kunst-Saal im Forum, aber er hat sich tausendfach bewährt.
ForumDer Künstler, der den Leverkusener Agam-Saal schuf, ist gestorben

Der Agamsaal im Forum wurde im Jahr 1969 und 1970 gestaltet. Xaacov oder Yaʿacov Agam starb 2026.
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Der Künstler Yaakov Agam, der eines der bedeutendsten und gleichzeitig öffentlich zugänglichen Kunstwerke in Leverkusen konzipiert hat, ist im Juni 2026 in Israel gestorben. Die damals wohlhabende Stadt Leverkusen hatte Agam 1968 mit der Gestaltung des kleinen Saals im Forum beauftragt; der Raum in der ersten Etage erhielt den Namen Agam-Saal noch während der Auftragsmaler Hans Krämer die Wände nach den Vorgaben des damals in Paris lebenden und schon hochdotierten Künstlers gestaltete.
Wie alles im Forum ist der Raum durch Kombinationen gleichseitiger Dreiecke konstruiert, die Grundfläche ist ein regelmäßiges Sechseck. Die Wände sind vollständig mit rechtwinkligen Aluminiumkanten bestückt, sodass sich einem bewegenden Beobachter an jedem Standort im Saal immer neue Wandbilder zeigen. Manchmal schwarz-weiße, aber auch farbige: Der Künstler hat 354 verschiedene Farbtöne vorgegeben. Sein ganzes Leben lang blieb er grundsätzlich diesem Stil treu.

Signiert ist der Agamsaal im Forum auch
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Agam, dessen Werke schon zur Entstehungszeit zwischen 1969 und 1970 hoch dotiert waren – er galt als bedeutendster israelischer Künstler – ließ vertraglich festhalten, dass mit seinem Kunstwerk am Leverkusener Bau keine Geschäfte gemacht werden dürfen. Es darf etwa nicht ausgebaut und verkauft werden, was heute wegen des Denkmalschutzes, unter dem das Forum steht, sowieso schwierig wäre. Dass Agam für die Ausgestaltung gewonnen werden konnte, war Zeitungsartikeln zufolge der Initiative des Forum-Architekten Ulrich S. von Altenstadt zu verdanken. Agam blieb zeitlebens ein weltweit anerkannter Künstler.

KStA vom 30. April 1970: Yaakov Agam signiert seinen Saal.
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Am Donnerstag, 30. April 1970, signierte Agam sein Wand-Werk mit blauer Farbe an einer Stelle neben dem Notausgang in Kniehöhe mit einem kleinen Pinsel in der linken Hand. Zur Eröffnung war der israelische Botschafter Ben Horin nach Leverkusen gekommen.
Zunächst waren manche irritiert: Der Raum sei unruhig, hieß es, man werde sich darin nicht konzentrieren können. Moderne Kunst provozierte in den Jahren vor gut 75 Jahren noch zuverlässig. Inzwischen weiß man: Der Saal ist alltagstauglich. Er hat unzähligen Kreisparteitagen aller möglichen Parteien einen würdevollen Hintergrund geliefert, wie auch Konzerten, Vorträgen, Feiern, Seminaren, Messen, Bürgerversammlungen und wer weiß was noch alles. Die Aufregung um die flimmernden Bilder an den Wänden war umsonst: Es ist kein Fall bekannt, dass jemals in den 76 Jahren seit dem Bestehen des Raums etwa durch Nervosität wegen der kinetischen Wandgestaltung zu Schaden gekommen wäre. Yaakov Agam, Sohn eines Rabbiners, starb im Alter von 98 Jahren in Israel.
