Abo

Christuskirche WiesdorfKünstler verbinden in Leverkusen Bilder und Licht in „Naturwelten“

3 min
Martina Tenhagen und Achim Wolf haben mit Martina Scholl (nicht im Bild) die Ausstellung „Naturwelten“ mit Bildern und Lichtobjekten in der Christuskirche in Wiesdorf konzipiert.

Martina Tenhagen und Achim Wolf haben mit Martina Scholl (nicht im Bild) die Ausstellung „Naturwelten“ mit Bildern und Lichtobjekten in der Christuskirche in Wiesdorf konzipiert.

Die Ausstellung Naturwelten in der Christuskirche in Leverkusen-Wiesdorf ist von Sonntag, 21. Januar, an bis zum 17. März zu sehen.

An diesem Donnerstagmittag strahle das Licht ganz besonders in der Wiesdorfer Christuskirche, sagt Pfarrer Detlev Prößdorf. Er steht mitten in der Kirche an der Dönhoffstraße und schaut sich um. Um ihn herum im gesamten Kirchenraum hängen und stehen insgesamt rund 70 Kunstobjekte. Das Sonnenlicht in Verbindung mit der Reflexion durch den Schnee taucht die Kirche in ein besonderes Licht. Das passt ziemlich gut zur Ausstellung, deren Aufbau gerade in den letzten Zügen steckt und die am kommenden Sonntag eröffnet werden soll.

Denn die Künstler Martina Scholl, Achim Wolf und Martina Tenhagen haben sich „Naturwelten“ angenommen. Bilder und Lichtobjekte werden ab Sonntag bis zum 17. März montags bis freitags 15 bis 18 und samstags 11 bis 15 Uhr in der evangelischen Kirche in Wiesdorf zu sehen sein.

Idee kam von Künstlerin

Vor etwa einem Jahr sei sie mit der Idee, in der Christuskirche eine Ausstellung auszurichten, an Prößdorf herangetreten, erzählt Martina Tenhagen. Denn als Besucherin hatte sie nach eigenen Angaben schon diverse Ausstellung dort gesehen. Ihre eigenen Werke standen in der Wiesdorfer „Kulturkirche“ bisher noch nicht.

Sie hat sich farbenfrohen Bildern verschrieben, die den rechten Teil des Kirchenraumes einnehmen. Dabei bedient sie sich ganz verschiedener Techniken. Zum Beispiel arbeitet sie mit Epoxidharz. Aus zwei Komponenten werde eine klebrige Masse angerichtet, dann komme die Farbe dazu. Mit einem Heißluftfön erhitzt, entstehen auf der gewählten Oberfläche dadurch elegant verlaufende Farbwellen. So hat Tenhagen eine kleine Tischplatte gestaltet. Oder in Verbindung mit echtem Sand wird daraus eine weiß-türkis-blau schimmernde abstrakte Strandkoloratur. Häufig findet sich das Meer als natürliches Motiv bei Tenhagen.

Leverkusen: Motto motivisch und im Material umgesetzt

Das Motto der Ausstellung, die „Naturwelten“, setzen die drei Künstler nicht nur motivisch um. Sie verwenden auch Naturmaterialien, wie Martina Scholl in ihren mit Strukturtechnik gefertigten Bildern. Scholl kann wegen des Schnees an diesem Dienstag nicht in der Christuskirche dabei sein. Tenhagen, die sie vor Jahren auf einer Malschule in Essen kennengelernt hat, erklärt, was hinter der Technik steckt: Marmormehl werde mit Bindemitteln verarbeitet, wodurch das Bild in große Teile gewissermaßen aufbricht.

Es entstehen große Schuppen, wie Tenhagen sie nennt. Die schuppige Oberfläche wird dann einerseits mit Farbe und andererseits mit Pulvern oder Kaffeesatz bearbeitet, sodass eine raue, brüchige Oberfläche entsteht. Scholls Werke nehmen die Wände in der linken Kirchenhälfte ein. Ihre Farben sind nicht so hell wie die von Tenhagen, sondern eher „lehmig und felsig“, wie Detlev Prößdorf beim Rundgang treffend beschreibt.

Die Werke von Achim Wolf, dem Ehemann von Martina Tenhagen, stehen in der ganzen Kirche verteilt. Er nutzt altes Holz, zum Beispiel von nicht mehr gebrauchten Paletten, bereitet es wieder auf und installiert Glühbirnen in Hohlräumen und auf freien Flächen. Dazu lässt er sich Rahmen oder Konstruktionen aus altem Metall schweißen, die seinen Holz-Licht-Werken den Halt geben.  Auch alte Instrumente bereitet er auf und macht aus ihnen geschmackvolle Lampen.

Die Ausstellung „Naturwelten“ wird am Sonntag, 21. Januar, nach dem Gottesdienst, der um 10 Uhr beginnt, eröffnet. Das „Reed Art Saxophone Quartet“ spielt.