Der Spezialist für Ionenaustausch wird mit dem Unternehmenspreis 2026 gewürdigt.
MiontecNimmermüder Erfindungsgeist in Leverkusen

Dieter Mauer zeigt eine Vollentsalzungsanlage. In der Technik stecken sieben Patente.
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„Wir sind ein Entwicklungsbetrieb.“ Und wenn man Dieter Mauer so zuhört auf dem Rundgang, dann ist diese Entwicklung sehr gut – in anderem Sinne. Nämlich dem, dass Miontec, gegründet 1998, inzwischen mehr als 30 Beschäftigte hat, diverse Patente hält und in drei Bereichen unterwegs ist. Dazu braucht man viele Doktoren, lauter Naturwissenschaftler. So wie Firmengründer Mauer, der promovierter Physiker ist. Auf dem Tag der offenen Tür konnten sich die Besucher gerade davon überzeugen, dass der Chef das verkörpert, was der Internetseite des Steinbücheler Unternehmens steht: „Wir hassen schlechte Lösungen. Halbgares. Unpräzises. Gekauftes Vertrauen.“
Wer so arbeitet und solche Ziele hat, bekommt zu Recht einen Preis: Am Dienstagabend wurde Mauer auf dem Wirtschaftsempfang im Bayer-Kasino zum „Unternehmer des Jahres“ gekürt. Eine Auszeichnung, die er natürlich nicht nur auf sich bezieht, sondern auf sein ganzes wachsendes Team.
Ionenaustausch, ein weites Feld
Im Namen Miontec steckt die Sparte, in der das Unternehmen tätig ist: Ionenaustausch in Flüssigkeiten. Das ist ein weites Feld, das bei Miontec stetig neu vermessen wird. Wie, sagt Mauer auch, als er diese Tage Kunden und Besucher herumführt: „Wir sind ein Laborbetrieb, wir sind Verfahrensentwickler. Und wir bauen Messgeräte.“ Und das mit stetigem Erfolg und einzigartig: In der Vollentsalzungsanlage zum Beispiel stecken sieben Patente. Selbst Mauer findet es „überraschend“, was in diesem Bereich noch möglich ist.
Aber nicht nur dort. Im Harzlabor zum Beispiel würden 600 bis 700 Musteruntersuchungen im Jahr gemacht, berichtet Mauer. Mit dem Ziel, auch in diesem chemischen Bereich neue Erkenntnisse zu gewinnen. Denn „die Harz-Hersteller sind unsere Kunden geworden“.
Danach passieren die Besucher einen Sicherheitsbereich. Dort kann man nur durchs Fenster schauen, denn dort produziert Miontec in einer Mehltrocknungsanlage Hilfsstoffe für die Pharmaindustrie. Auch das im kleinen Maßstab.

Blick in den 40-Fuß-Container, in dem Gülle in Wasser und Dünger aufgespalten wird.
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Schließlich ist der Forschungsansatz allgegenwärtig. Wobei das angesichts dessen, was der Miontec-Chef vor einem 40-Fuß-Container berichtet, eigentlich schon nicht mehr zu stimmen scheint. Drin steht eine Anlage, die Gülle in Wasser und Dünger aufspalten kann. „In der niederländischen Landwirtschaft ist das ein Riesenthema“, sagt Mauer. Und es sei zu erwarten, dass das bald auch für Deutschland gilt.
Was passiert in dem Container? Vorn wird Gülle hineingepumpt, hinten kommt fester Dünger heraus und Wasser. Letzteres in einer Qualität „wie Trinkwasser“, berichtet Mauer: „Ich habe das selber schon getrunken.“ Das klingt ein bisschen befremdlich, aber für den Physiker ist das ein Beleg für die Qualität der Anlage. „Damit man weiß, wie weit wir kommen.“ Da ist er wieder, der Forscheransatz.

In den Niederlanden „ein Riesenthema“, sagt Dieter Mauer: die Filterung von Gülle
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Der spiegelt sich auch in der schieren Größe des Technikums wider. Rund 2500 Quadratmeter nimmt es im Firmenkomplex an der Ernst-Bloch-Straße ein, in dem Miontec schon längst keine Mieter mehr beherbergt. Selbst ganz Große aus der Branche hätten nicht so viel Platz, um neue Verfahren auszuprobieren, sagt Mauer. Auf dieser Fläche werden neue Prozesse, die nebenan im Labormaßstab ausprobiert wurden, skaliert. Denn nicht alles, was im Reagenzglas zu funktionieren scheint, klappt auch im Liter- oder gar Hektoliter-Bereich.

Das Technikum von Miontec ist mit 2500 Quadratmetern im Branchenvergleich extrem groß.
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Ums klein anfangen komme man aber auf keinen Fall herum, unterstreicht der Miontec-Chef. Zu groß seien die Risiken. Wer gleich im großen Maßstab loslegen wolle, zahle Lehrgeld. Und nach den Versuchsanlagen kommen bei Miontec die Pilotanlagen. „Scheißteuer“ seien die, sagt der Physiker. Ein Grund mehr, bei neuen Verfahren Vorsicht walten zu lassen.
Mit diesen Pilotprojekten reisen Mauer und seine Kollegen dann um die Welt. „Vorige Woche war ich noch in Thailand“, nennt der Firmengründer ein Beispiel. Man sieht: In dem kleinen Steinbücheler Gewerbegebiet residiert ein echter „Hidden Champion“. Vorne Edeka und Aldi, hinten Betriebe aus der Fahrzeugbranche.
