„Ich glaube, dass es eine der größten kulturpolitischen Aufgaben ist, junge Menschen an Kultur heranzuführen“, sagt Ina Brandes beim Besuch des Jungen Theaters Leverkusen in Opladen am Freitag.
Ina BrandesNRW-Kulturministerin stellt sich den Fragen im Jungen Theater Leverkusen

Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Vorsitzender des Jungen Theaters Leverkusen Michael Schmidt, NRW-Kulturstaatsministerin Ina Brandes und Rüdiger Scholz, Vorsitzender der CDU Leverkusen, beim Publikumsgespräch im Jungen Theater.
Copyright: Viktoria Langenhuizen
Unterschiedliche Theaterperformances über mehrere Etagen verteilt. Ein Telefongespräch wird nachgestellt, in einer anderen Szene hält eine Frau ein großes pinkfarbenes Plüscheinhorn auf dem Schoß. Zum Abschluss treten alle Schauspielerinnen und Schauspieler gemeinsam auf, komplett schwarz gekleidet und mit roten Helmen auf dem Kopf. So empfing das Junge Theater Leverkusen NRW-Ministerin Ina Brandes. „Mir ist noch nie passiert, dass man bei einem Rundgang gleich das Ensemble vorgestellt bekommt, das fand ich sehr charmant“, sagte sie.
Beim anschließenden Gespräch mit rund 40 Vertreterinnen und Vertretern der Kunst- und Kulturszene aus Leverkusen sprach Ina Brandes über die Herausforderungen für die Kulturszene: „Natürlich haben wir nicht genug Geld. Die Kultur hat nie genug Geld“, gab sie zu.
Themen wie Lebensbedingungen von Künstlerinnen und Künstlern, kulturelle Bildung und die soziale Lage im Kulturbereich hätten die Politik in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt. „Ich glaube, dass es eine der größten kulturpolitischen Aufgaben ist, junge Menschen an Kultur heranzuführen.“
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„Mir ist noch nie passiert, dass man bei einem Rundgang gleich das Ensemble vorgestellt bekommt, das fand ich sehr charmant“, sagte Ina Brandes.
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Geplante Umbauten und Finanzierung
Das Junge Theater plant seit einiger Zeit mehrere Veränderungen. Im vergangenen Jahr wurde beschlossen, die zweite Etage des Gebäudes auszubauen. Der Bauantrag ist genehmigt, und Michael Schmidt, Vorsitzender des Jungen Theaters, berichtete: „Der Architekt hat bereits einen Bauzeitenplan erstellt. Ab April beginnen die Arbeiten.“ Dort sollen künftig zusätzliche Räume für Theaterarbeit, Proben und kreative Projekte entstehen.
Die Gesamtkosten werden auf rund 200.000 Euro geschätzt, wovon etwa 20.000 Euro aus Eigenmitteln des Theaters stammen. Anträge auf Fördermittel des Landes sind bereits gestellt. Michael Schmidt betonte: „Wir haben zwar noch nicht die komplette Summe zusammen, aber einen guten finanziellen Puffer.“ Ziel ist es, das Projekt zwischen Ende 2027 und Anfang 2028 abzuschließen. Einen Aufzug wird es zwar nicht geben, dennoch arbeitet der Verein an Lösungen, um das Haus möglichst inklusiv zu gestalten.
Ich glaube, für die Rettung der Demokratie ist die Politik zuständig und nicht die Kultur
Kulturpolitik und Perspektiven
In der Fragerunde ging es außerdem um Gema-Gebühren, Fördermöglichkeiten und die Existenzsicherung von Künstlerinnen und Künstlern. Auch persönliche Perspektiven wurden thematisiert: Auf die Frage einer jungen Besucherin, welche Möglichkeiten sie nach einem Kunst- und Mathematikstudium im künstlerischen Bereich habe, antwortete Brandes pragmatisch: „Werden Sie Lehrerin.“
Anschließend diskutierte die Runde über die Situation freiberuflicher Künstlerinnen und Künstler und über Erwartungen daran, was Kultur leisten kann. „Ich glaube, für die Rettung der Demokratie ist die Politik zuständig und nicht die Kultur“, sagte Ina Brandes.
