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Müll-ProblemJede Woche landen in Pattscheid zwei bis drei Hundekotbeutel auf der Straße

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Die Ausbeute von Rainer Willmanns nach einer Müllsammelaktion.

Die Ausbeute von Rainer Willmanns nach einer Müllsammelaktion.

Ein Pattscheider entdeckte entlang der Burscheider Straße immer wieder achtlos weggeworfene Hundekotbeutel.

Zwei Stunden ist der Pattscheider Rainer Willmanns im Monat in seinem Wohnort mit einer großen Tragetasche unterwegs und sammelt Müll. Der selbstständige Unternehmensberater hat es sich laut eigener Aussage aus einem Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zur Aufgabe gemacht, von Pattscheid bis zum Ortseingang Bergisch Neukirchen nicht ordnungsgemäß entsorgten Abfall wegzuräumen. Auf seinen Streifzügen sticht ihm ein Objekt immer wieder besonders in die Augen: achtlos weggeworfene Hundekotbeutel. Vor allem an der Kreuzung nahe der Gaststätte „Zur Delle“ liege fast jeden Tag eine Tüte, berichtet er und schließt daraus, die Verursacher dieses Mülls müssten in seiner Gegend wohnen.

Auch mit Nachbarn habe er sich schon über das Problem ausgetauscht. Zwei Nachbarn würden dasselbe berichten: Jede Woche fänden sie zwei oder drei Hundekotbeutel auf der Straße oder in ihren Hecken und Büschen. Die weggeworfenen Hundekotbeutel sind wohl schon seit Jahren ein Thema in dem Ort, Willmanns wurde das Ausmaß allerdings erst jetzt, da er nun regelmäßig Müll sammelt, bewusst.

Wir würden uns alle wünschen, nicht mehr den Hundekot von anderen Menschen entsorgen zu müssen.
Rainer Willmanns

In Pattscheid gebe es keine Abfallbehälter, schildert der 67-Jährige. Er erwarte angesichts der aktuellen Haushaltslage auch nicht von der Stadt, dass sie Abfallbehälter in Pattscheid entlang der Burscheider Straße aufstellt. Er träume allerdings von einem offiziellen Schild für alle Gebiete, die der Stadt als „müllgefährdete Bereiche“ bekannt seien. Vor allem möchte er aber Wahrnehmung für das Thema schaffen. „Mein Anliegen ist keine Aufforderung an die Stadt. Ich möchte auf das Thema aufmerksam machen und wir würden uns alle wünschen, nicht mehr den Hundekot von anderen Menschen entsorgen zu müssen“, sagt Rainer Willmanns.

Die Stadt pflichtet diesem Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner bei. Grundsätzlich gebe es über das Stadtgebiet verteilt immer mal wieder vereinzelte Meldungen zu Hundekot laut Mängelmelder. Der Stadt ist bisher aus Bergisch Neukirchen dazu nur eine Meldung aus 2024 bekannt gewesen. Auf öffentlichen Flächen sind in Leverkusen die Avea sowie die Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) zuständig. Für die Müllbeseitigung auf privaten Flächen seien grundsätzlich die Eigentümer zuständig, heißt es in der Stellungnahme der Stadt. Hundebesitzer haben die Hinterlassenschaften ihres Hundes ordnungsgemäß zu entsorgen, ansonsten droht ihnen ein Bußgeld in Höhe von mindestens 60 Euro.

Leverkusen hat grundsätzlich ein Problem mit Vermüllung

Rainer Willmanns bemerkte beim monatlichen Müllsammeln außerdem immer wieder Müll, der zwischen die Glascontainer an der Burscheider Straße geworfen wurde, darunter Kinderspielzeug, Glas, Blumenbehälter, Restmülltüten und vieles mehr. Nach seiner Einschätzung hinterließen auch regelmäßig die Lastwagen, die an der Burscheider Straße parken, Behälter mit Fäkalien.

Der Stadt war dieses Problem wohl nicht bekannt, da es dazu keine Meldungen im Mängelmelder oder Beschwerdemanagement gegeben habe. Zur Burscheider Straße ging allerdings im vergangenen Jahr eine Beschwerde im Fachbereich Umwelt ein, woraufhin der Ordnungsdienst gebeten wurde, das Gebiet in seine Kontrollfahrten einzubeziehen. Zudem beauftragte die Stadt eine erneute Reinigung entlang der Burscheider Straße. Die Stadt teilt außerdem mit: „Der Kommunale Ordnungsdienst wird sich im Rahmen der personellen Möglichkeiten die Situation in Pattscheid ansehen. Ein Überwachung ist jedoch nicht möglich.“

Auch die Stadt stellt fest, dass die Vermüllung in Leverkusen, sowohl auf öffentlichen Flächen als auch in der Landschaft, zunimmt. Um dem entgegenzuwirken, setze sie auf Aufklärung, Angebote zur Meldung, Reinigungsmaßnahmen, Kontrollen und Sanktionen. Eine vollständige Vermeidung sei nicht möglich, die Stadt sei aber bemüht, Verunreinigungen schnell zu beseitigen und die Verursacher – insofern möglich – zur Verantwortung zu ziehen. Für direkte Meldungen stehe der Mängelmelder auf der Homepage der Stadt Leverkusen zur Verfügung.

www.beteiligung.nrw.de/portal/leverkusen/beteiligung/themen/1001420