Leverkusen – Es war kalt und nieselig, als Leverkusens Baudezernentin Andrea Deppe an der Hauptstraße einen neuen Baum pflanzte. Ungemütlich also, aber erfreulich für die Magnolie, denn Hitze und Wassermangel werden in Zukunft für das Stadtgrün ein noch größeres Problem, als sie es ohnehin schon sind. Knapp 170 Bäume werden derzeit im gesamten Stadtgebiet gepflanzt: Sie müssen fit sein für veränderte Klimabedingungen.
„Im Sommer ist es glühend heiß, der Stadtverkehr ist eine enorme Belastung – wegen des Kohlenstoffdioxids und der Vibration durch vorbeifahrende Lkws. Deswegen überleben Straßenbäume meistens leider nur 30 bis 40 Jahre“, erklärte Lothar Schmitz.
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Aufwendiger und teurer als das Einpflanzen sind die Vorbereitung des Bodens und die Pflege der gepflanzten Bäume. „Ein neuer Baum kostet uns insgesamt 1500 Euro“, erklärt Ulrich Hammer. „Auch, weil wir die Bäume nach der Einpflanzung vier Jahre lang pflegen.“ Bis vor Kurzem kümmerte man sich nur zwei Jahre lang um den Erhalt.
Suche über das ganze Jahr
Die Planung ist komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint: „Wir suchen das ganze Jahr nach Flächen für neue Bäume, aber bei fünf Sichtungen kommt vielleicht ein neuer Baum raus – wenn überhaupt“, so Hammer. Eine Gasleitung oder ein verlegtes Kabel machen eine Pflanzung schon unmöglich, denn um überhaupt einige Jahre zu halten, brauchen Bäume Platz, um Wurzeln zu schlagen. Und Platz ist rar, das gilt auch für Leverkusen.
Außerdem kann ein Krankheitsbefall auf einen Schlag eine ganze Baumart vernichten. „Deshalb setzen sich die 170 neuen Bäume in diesem Jahr aus 38 verschiedenen Arten zusammen“, erklärt Hammer. Wenn eine Art befallen ist, bleiben so immerhin die 37 anderen verschont. Weil den Linden, Ahornen und Eichen auch ohne Befall oft Sauerstoff fehlt, wird zusätzliches Lavagestein in die Erde gemischt.
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Insgesamt stehen in Leverkusen rund 50.000 Bäume – plus Wälder. „Jeder Baum ist ein kleines Klimaschutzprojekt“, fasst Baudezernentin Deppe zusammen. Zehntausende Klimaschutzprojekte also, die auch das Stadtbild aufwerten. Ein paar mehr dürften es hier und da dennoch sein.



