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Britische FirmaLeverkusener Senior warnt vor dubiosen Fassadenreinigern

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Baugerüst

Ein Baugerüst steht an einem Haus

Nachdem der Senior die Summe von 7000 Euro nicht komplett zahlen wollte, hätten die Arbeiter massiven Druck ausgeübt, sagt die Familie – und erstattet Anzeige.

Eine Fassadenreinigung ist einem Schlebuscher Senior unerwartet teuer zu stehen gekommen. Die Familie hat deswegen nun Anzeige erstattet und möchte Immobilienbesitzer mit ihren Erfahrungen warnen.

Das ist geschehen: Am 3. März 2026 klingelten mehrere englischsprachige Männer an der Haustür des Seniors am Leimbacher Berg und boten Reinigungsarbeiten an der Hausfassade an. Der Mann stimmte zu und unterzeichnete ein Auftragsdokument der Firma „Nationwide Roofing & Building Contractors Limited“ mit Sitz in London (Dokument liegt der Redaktion vor). Darin ist handschriftlich auf Englisch ein Preis von 25 Euro pro Quadratmeter festgehalten, ein Endpreis sei dem Mann nicht kommuniziert worden, sagt die Tochter.

7000 Euro für eine Fassadenreinigung

Als die Arbeiter nach Abschluss der Reinigung 7000 Euro verlangten, zahlte der Mann zunächst 3000 Euro davon in bar. Am Folgetag seien die Männer erneut erschienen, übten nach Angaben der Familie Druck aus, filmten teilweise die Beteiligten und gelangten zeitweise ins Haus. Nach längeren Verhandlungen zahlte der Senior weitere 3000 Euro, sodass insgesamt 6000 Euro übergeben wurden.

Die Polizei Köln bestätigt auf Anfrage den Eingang der Anzeige. Es werde aktuell ermittelt, ob hier ein Fall von illegalen Geschäftspraktiken oder Wucher vorliegen könnte, bislang kann das nicht bestätigt werden. Bekannt sei die Firma der Polizei ebenfalls noch nicht. Recherchen dieser Zeitung lassen zumindest Zweifel an der Seriosität der Firma entstehen: Zwar ist „Nationwide Roofing & Building Contractors Limited“ im britischen Handelsregister eingetragen, aber erst seit Oktober 2025, es gibt keine öffentlich einsehbaren Geschäftstätigkeiten, Bewertungen oder Referenzlisten. Zudem ist die angegebene Adresse in der Londoner Chancery Lane ein bekannter Standort für Briefkastenfirmen.

Generell raten Polizei und Verbraucherzentrale bei Angeboten an der Haustür: „Lassen Sie niemanden, der unangekündigt kommt, ins Haus.“ Misstrauisch sollte man immer werden, wenn jemand behauptet, dass sofortiger Handlungsbedarf bestehe oder Druck ausgeübt wird. Klassische Druckmittel seien etwa „Jetzt oder nie“ oder „Wir sind nur heute zufällig in der Nähe“. Außerdem sollten Eigentümer sich immer mehrere Angebote einholen und einen schriftlichen Kostenvoranschlag ausstellen lassen. Wer keinen Kostenvoranschlag ausstellt, agiert unseriös. Auch von Barzahlungen rät die Verbraucherzentrale ab. Diese sei bei seriösen Aufträgen in dieser Größenordnung unüblich, schon gar nicht als Vorkasse.