Abo

OrtsvereinSPD fürchtet Kürzungen für 1450 Kinder in Manfort und Wiesdorf

2 min
Die Aktiven vom Netzwerk Kinderarmut geben  im Bunker Geschenke ihrer Weihnachtssterneaktion aus.  Bild: Ralf Krieger

Das Netzwerk Kinderarmut kümmert sich um benachteiligte Kinder, hier mit einer Weihnachtssterneaktion im Jugendzentrum Bunker.

Der SPD-Ortsverein ruft zu Protesten gegen die geplante Streichung des Kindersofortzuschlags auf.

Nach Berechnungen des SPD-Ortsvereins Manfort-Wiesdorf könnten rund 1450 Kinder und Jugendliche in den beiden Leverkusener Stadtteilen von einer geplanten Streichung des Kindersofortzuschlags betroffen sein. Die Sozialdemokraten appellieren an die Bundespolitik, den Zuschlag zu erhalten. Über die Kürzung ist noch nicht abschließend entschieden: Die Anhörung im Haushaltsausschuss ist für den 12. Oktober, die Abstimmung im Bundestag für den 27. November angekündigt.

25 Euro im Monat

Der Kindersofortzuschlag beträgt 25 Euro im Monat, also 300 Euro im Jahr. Nach Angaben des SPD-Ortsvereins wird er zusätzlich und ohne gesonderten Antrag an Kinder und Jugendliche gezahlt, deren Familien Sozialhilfe, Bürgergeld oder Kinderzuschlag beziehen. Der Betrag werde nicht mit anderen Sozialleistungen verrechnet. Für betroffene Familien könne das Geld etwa Ausgaben für Schule, Freizeit oder die gesellschaftliche Teilhabe abfedern.

Der Ortsverein begründet seine Warnung mit der sozialen Lage in den Stadtteilen: In Manfort seien nach den ihm vorliegenden Daten etwa 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Armut betroffen, in Wiesdorf rund 35 Prozent. Daraus leitet die SPD die Zahl von ungefähr 1.450 potenziell betroffenen jungen Menschen ab. 

Auslöser der Debatte ist laut SPD ein im August vorgelegter Vorschlag zum Haushaltsbegleitgesetz 2027. Darin sei die Streichung des Zuschlags vorgesehen. 

Oliwer Bramorski, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Manfort-Wiesdorf, fordert die Bundes-SPD und die SPD-Bundestagsfraktion auf, sich gegen die Streichung einzusetzen. „Es ist noch nicht zu spät“, sagt er mit Blick auf die anstehenden Beratungen. Der Ortsverein ruft dazu auf, Abgeordnete anzuschreiben und öffentlich gegen die geplante Kürzung zu protestieren.