Die erneute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Baukonzern auf dem Campus ist besiegelt. Der Vertrag gilt bis 2059.
BerufsschuleLeverkusen bindet sich an der Bismarckstraße wieder für 30 Jahre an Hochtief

Die Vogelperspektive zeigt die drei Neubauten an den Schenkeln des denkmalgeschützten Bestands an der Bismarckstraße. Im Hintergrund die A 3
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Die Verhandlungen liefen zweieinhalb Jahre, und sie waren „nicht immer harmonisch“, bilanziert am Dienstag Björn Krischick. Der Geschäftsführer der Stadt-Tochter Leverkusener Immobiliengesellschaft (Levi) fungiert als Bauherr bei einem Projekt, das nach Informationen des „Leverkusener Anzeiger“ rund 60 Millionen Euro schwer ist. Die Stadt lässt am Berufsschulcampus an der Bismarckstraße drei neue Gebäude errichten. Bau und Betrieb für 30 Jahre übernehmen der Baukonzern Hochtief und der Immobiliendienstleister Spie.

Björn Krischick, Stefan Hebbel, Tobias Lorenz von Hochtief und Christian Alteköster von Spie (von rechts) bei der Vertragsunterzeichnung über den Neubau auf dem Berufsschulcampus an der Bismarckstraße
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Das ist an diesem Ort ein bewährtes Modell. Hochtief hat 2004 auch die denkmalgeschützten L-förmigen Altbauten der Berufsschule denkmalgerecht saniert und betreibt sie seitdem. Dieser Vertrag läuft noch bis 2034. Was danach geschieht, sei noch in der Schwebe, heißt es am Dienstag von Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Levi-Chef Björn Krischick und Hochtief-Mann Tobias Lorenz.
Und dann ist da noch der Altvertrag
Was sie nicht sagen, aber andeuten: Die Verhandlungen über die Neubauten waren schon kompliziert genug. Das wollte man nicht mit Gesprächen über die Zeit nach Auslaufen des Vertrags über den alten Teil der Berufsschule weiter überfrachten.
Prinzipiell „fallen die Gebäude nach 30 Jahren an die Stadt zurück“, erklärt Tobias Lorenz. Das gilt sowohl für den alten wie den neuen Teil. Ob es aber sinnvoll ist, ein Mischmodell auf dem Grundstück an der Bismarckstraße zu betreiben, steht dahin. Denn die drei Neubauten werden Hochtief und Spie bis 2059 betreuen. Die Zahl resultiert aus der avisierten Fertigstellung: Anfang 2029. Ab dann läuft der Vertrag.

So sollen die Neubauten in die Höfe integriert werden.
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Anfang 2027 will der Baukonzern anfangen. Die Planung ist inzwischen detailliert genug für einen Bauantrag. Weil so gut vorgearbeitet wurde, rechne er mit einer schnellen Baugenehmigung, sagt Levi-Chef Krischick.
7700 Quadratmeter Platz
Die drei Gebäude werden insgesamt 7700 Quadratmeter Nutzfläche bieten. Eine Dreifachsporthalle wird neu errichtet. Darüber kommt ein Verwaltungstrakt. Ein weiterer Bau wird neben Klassenräumen eine Cafeteria beherbergen, der dritte ausschließlich Unterrichtsräume.
Gebaut wird nach intensiver Abwägung in Holzhybrid-Technik. Damit lassen sich viel leichter ökologische Gütesiegel einheimsen. Aus Sicht von Hochtief passt das sehr gut zum denkmalgeschützten Restbestand. Platz für die neuen Gebäude wurde jeweils zwischen den Schenkeln der Altbauten gefunden. Sie liegen also näher an der Bismarckstraße.
2004 wurden Pflöcke eingerammt
Dass Hochtief ein weiteres Mal zum Zuge kommt, liegt an der Gestaltung des Vertrags über die Altbauten von 2004: Dem Baukonzern wurde die Hoheit über das gesamte Schulgrundstück gegeben. Damit sei eine neutrale europaweite Ausschreibung fast von vornherein vom Tisch gewesen, erläutert Björn Krischick in den Büros der Levi am Friedrich-Ebert-Platz. Und er sagt offen, dass er „anfangs ein erhebliches Störgefühl“ bei der Sache gehabt habe. „Schlechte Verhandlungspositionen kenne ich auch von anderen Projekten.“ So etwas mag der Projektentwickler gar nicht.

So könnten die neuen Räume aussehen.
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Es sei dann gelungen, trotzdem ein wirtschaftliches Angebot herauszuverhandeln. Und zwar so: Unabhängige Fachleute hätten die Bau- und Betriebskosten für die erforderlichen Berufsschul-Neubauten über 30 Jahre kalkuliert. Das Ergebnis habe Hochtief natürlich nicht gekannt. Es sei aber Bedingung gewesen, dass der Baukonzern diesen ermittelten Preis unterbietet. „Wenn nicht, hätte man europaweit ausschreiben können“, so Krischick. Dazu kam es dann nicht: Hochtief war preiswert genug.
Die Stadt kann sanktionieren
OB Stefan Hebbel freut sich, dass die Stadt trotz der erdrückenden Finanzklemme in der Lage ist, in ihre Bildungslandschaft zu investieren. Das sei gut für den Fachkräftemarkt und „die Zukunft unserer Wirtschaft“.
In dem am Dienstag von Stefan Hebbel, Tobias Lorenz und Christian Alteköster von Spie unterzeichneten Vertragswerk seien „auch Sanktionsmöglichkeiten für die Stadt“ vereinbart, so der Hochtief-Vertreter. Wäre das nicht so, wäre es auch nicht das versprochene „Rundum-Sorglos-Paket“ aus Pflege und Unterhaltung der neuen Gebäude auf dem Berufsschul-Campus an der Bismarckstraße.
So konkret sind die Planungen am zweiten Leverkusener Standort noch lange nicht. Das Berufskolleg Opladen soll komplett neu gebaut werden, und zwar in der Bahnstadt. Das dürfte enorm teuer werden – allein deshalb, weil die technischen Berufe ganz andere Fachräume benötigen. Bis zur Umsetzung dieses Projekts werden garantiert noch mehr als zweieinhalb Jahre vergehen.
