Abo

StatistikStimmung in Leverkusener Betrieben ein bisschen besser

Die Herbstumfrage von Creditreform zeigt aber auch viele Probleme im Mittelstand auf.

Von
Gewerbegebiet an der Syltstraße

Das Gewerbegebiet an der Syltstraße im Stadtteil Manfort

Etwas besser als im vorigen Herbst bewerten die mittelständischen Unternehmen in der Region Leverkusen, Solingen, Remscheid ihre derzeitige Geschäftslage. Das zeigt die Herbstanalyse von Creditreform Solingen, die auf den Angaben von 260 Unternehmen beruht, die zwischen 10 und 500 Menschen beschäftigen. Leverkusen hat einen Anteil von knapp 14 Prozent an den Befragten, Leichlingen und Burscheid je zweieinhalb.

Immerhin knapp 42 Prozent der befragten Unternehmen stufen ihre Auftragslage als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Im Vorjahr waren es lediglich 36,6 Prozent. Die durchschnittliche Bewertung verbessert sich damit leicht von 2,9 auf 2,8. Insgesamt bleibe die Stimmung „jedoch auf einem befriedigenden Niveau“, sagt Ole Kirschner von Creditreform. Allerdings werde die Lage in der jeweils eigenen Branche skeptischer beurteilt: Note 3,3. Leicht verbessert hat sich dagegen die Beurteilung der deutschen Wirtschaft insgesamt: Die Befragten gaben eine Durchschnittsnote von 3,4 gegenüber 3,8 im vorigen Jahr.

Mehr Pessimisten als Optimisten

Deutlich zurückhaltender fallen dagegen die Erwartungen aus: Nur 18,4 Prozent der Unternehmen rechnen im kommenden halben Jahr mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. 20,7 Prozent erwarten hingegen eine Verschlechterung. Damit überwiegt der Anteil der Pessimisten leicht.

Am zuversichtlichsten sind noch die Dienstleister, während in der Bauwirtschaft die Skepsis überwiegt. Dazu passten die verhaltenen Ertragserwartungen, so Kirschner: Nur 18,8 Prozent der Mittelständler rechnen mit steigenden Erträgen. 45,9 Prozent befürchten dagegen Gewinneinbußen. Damit hat sich die Einschätzung gegenüber dem Vorjahr deutlich eingetrübt.

Vier von fünf Unternehmen haben höhere Kosten

Die Unternehmen planten zudem vorsichtiger, was sich am Personaleinsatz zeige, erweist die Umfrage. Im vergangenen halben Jahr wurden in den Betrieben ebenso viele Stellen geschaffen wie abgebaut. Die Personalentwicklung bleibt damit insgesamt ausgeglichen, allerdings mit großen Unterschieden je nach Wirtschaftszweig: Einen positiven Saldo melden lediglich Dienstleister, wo 31 Prozent der Befragten Jobs gestrichen, aber 37 Prozent neue Stellen geschaffen haben. Im Handel haben mit 14 Prozent ebensoviele Firmen Jobs ab- wie aufgebaut. In der Industrie hingegen kommen auf 26 Prozent mit Stellenabbau nur neun Prozent mit mehr Jobs. Am schlechtesten sieht es in der Baubranche aus: Nur 16 Prozent der Betriebe haben ihren Personalstamm erweitert, aber 37 Prozent Stellen abgebaut.

Eklatant ist die Entwicklung der sonstigen Kosten. Derzeit berichten fast 82 Prozent der Mittelständler von gestiegenen Bezugspreisen. Damit sei der Anteil der Unternehmen, die teurer einkaufen müssen, seit dem vorigen Herbst um mehr als 20 Prozentpunkte gestiegen, hat Creditreform festgestellt. Nicht jedes Unternehmen konnte den Preisdruck weitergeben, aber immerhin 57 Prozent konnten höhere Preise realisieren. Am besten gelang das noch in der Industrie, wo 70 Prozent der befragten Firmen teurer verkauften. Im Baugewerbe beträgt dieser Anteil 58, im Handel 47, im Dienstleistungssektor 46 Prozent. Dort musste mit vier Prozent auch der größte Anteil an Befragten seine Preise senken.

„Die aktuelle Lage hat sich leicht verbessert. Die Erwartungen für die kommenden Monate zeigen jedoch, dass die Unternehmen weiterhin unter erheblichem Druck stehen“, sagt Kirschner. Hohe Kosten, eine schwache Nachfrage und bestehende Wettbewerbsnachteile belasteten den Mittelstand weiterhin.