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ArtenschutzKleine Eulen, große Gefahr: Straße in Steinbüchel gesperrt

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Ein Steinkauz-Junges sitzt auf einem Pfahl in Leverkusen-Steinbüchel

Ein Steinkauz-Junges sitzt auf einem Pfahl in Leverkusen-Steinbüchel. 

Winzige Eulen, großes Risiko: Wegen Steinkauz-Nachwuchs sperrt Leverkusen eine Straße in Steinbüchel bis Mitte Juli.

Auf den Obstwiesen An der Lichtenburg gibt es auch in diesem Jahr wieder Nachwuchs bei den Steinkäuzen. Die kleine Eulenart gehört zu den seltenen Bewohnern Leverkusens und steht deshalb besonders im Fokus des Artenschutzes. Der Steinkauz ist vor allem im Westen Deutschlands verbreitet und fühlt sich in offenen Landschaften mit Wiesen, Feldern, Gärten und Gehölzen wohl. Besonders Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen bieten ihm ideale Lebensbedingungen.

Dort brütet die kleine Eule ab Mitte April häufig in Baumhöhlen – manchmal aber auch in Gebäudenischen oder Ställen in unmittelbarer Nähe des Menschen. Mit einer Größe von nur etwa 21 bis 23 Zentimetern gehört der Steinkauz zu den kleineren Eulenarten. Auffällig sind seine weißen „Augenbrauen“, die ihm einen fast strengen Gesichtsausdruck verleihen. Auch deshalb ist er leicht wiederzuerkennen. Bereits in der griechischen Mythologie spielte der Kauz eine Rolle: Er galt als Begleiter und Symboltier der Göttin Athene.

Junge Käuze auf gefährlichen Wegen

Als Standvogel bleibt der Steinkauz das ganze Jahr über in seinem Revier. Tagsüber kann man ihn mit etwas Glück beobachten, denn er sitzt gerne auf erhöhten Aussichtspunkten wie Ästen, Mauern oder Pfosten und hält nach Beute Ausschau. Auf seinem Speiseplan stehen unter anderem Insekten, Regenwürmer, kleinere Vögel, Amphibien und Schlangen. Im Juni verlassen die Jungtiere das Nest und erkunden ihre Umgebung.

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Zwar können die jungen Käuze bereits fliegen, doch fehlt ihnen noch die Erfahrung. Bei der Nahrungssuche bewegen sie sich häufig am Boden – und geraten dadurch schnell in Gefahr. Gerade der Straßenverkehr stellt für die unerfahrenen Tiere ein großes Risiko dar. Immer wieder werden junge Steinkäuze auf Straßen verletzt oder getötet. Um diese Gefahr zu verringern, bleibt die Straße An der Lichtenburg in Leverkusen-Steinbüchel bis zum 13. Juli 2026 gesperrt.

Straßensperrung zum Schutz der Vögel

Die Anwohnerinnen und Anwohner erreichen ihre Häuser weiterhin, müssen dafür jedoch einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Der betroffene Landwirt verfügt über eine Ausnahmegenehmigung für notwendige Fahrten. Dabei gilt besondere Vorsicht, damit die jungen Käuze möglichst ungestört bleiben.

Der Steinkauz steht in Deutschland auf der Vorwarnliste. Schutzmaßnahmen wie der Erhalt alter Obstbäume, artenreicher Streuobstwiesen und geeigneter Brutplätze tragen dazu bei, den Bestand der kleinen Eule langfristig zu sichern. Auch spezielle Nistkästen werden von den Tieren gerne angenommen. Die Stadt Leverkusen bittet alle Verkehrsteilnehmenden um Verständnis und Rücksichtnahme – damit die jungen Steinkäuze ihre ersten Lebenswochen sicher meistern können. (vl)