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„Schatten über den Chianti-Hügeln“Leverkusener Autor thematisiert in neuem Toskana-Krimi die NS-Vergangenheit

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Der Leverkusener Autor Jens Burmeister mit seinem neuen Krimi „Schatten über den Chianti-Hügeln“

Der Leverkusener Autor Jens Burmeister mit seinem neuen Krimi „Schatten über den Chianti-Hügeln“

In seinem neuesten Roman setzt sich der Leverkusener Autor Jens Burmeister mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinander.

Ein Urlaubskrimi, der die NS-Vergangenheit aufgreift – ein Genre und ein Inhalt, die völlig inkompatibel klingen, hat der Autor Jens Burmeister zusammengebracht. In seinem neusten Toskana-Krimi, „Schatten über den Chianti-Hügeln“, machen Commissario Figallo und die ehemalige Kriminalkommissarin Sandra Wolff einen Ausflug an die Küste, als der Olivenbauer Paolo Fusco tot aufgefunden wird.

Der Fall ist politisch brisant, denn der Sohn des Olivenbauern kandidiert für das Amt des Bürgermeisters und die Politik behindert immer wieder die Ermittlungen. Während der Ermittlungen entdecken Wolff und Figallo außerdem ein Grab aus dem Zweiten Weltkrieg, das Ereignisse aus der Zeit der deutschen Besatzung sowie ein Familiengeheimnis aufdecken wird. 

Das hat für mich einen Schatten auf die Toskana geworfen.
Jens Burmeister, Leverkusener Autor

Jens Burmeister hat bereits vier Toskana-Krimis verfasst, erst 2025 erschien „Mord in den Chianti-Hügeln“, ebenfalls mit dem Ermittler-Duo Commissario Figallo und Sandra Wolff. Vor einigen Jahren begann der studierte Chemiker zunächst mit dem Schreiben von Weinführern. Es folgten Weinkrimis und schließlich Toskana-Krimis – inspiriert von seiner großen Leidenschaft für die Region, in der er selbst gerne Urlaub macht.

Als Jens Burmeister zum ersten Mal von Verbrechen der deutschen Besatzer an der Bevölkerung der Toskana hörte, sei er von dieser Information erschrocken gewesen. Vor allem, weil die Toskana als Sehnsuchtsort für viele Deutsche gelte. „Ich hatte noch nie etwas davon gehört. Das hat für mich einen Schatten auf die Toskana geworfen“, so der 58‑Jährige. Danach habe er angefangen, intensiver zu recherchieren und das Bedürfnis gehabt, das Thema in seinen neuen Krimi einzubetten. Als das US-Nationalarchiv die NSDAP-Mitgliederkarteien vor einigen Monaten veröffentlichte, war Burmeisters Buch schon geschrieben. Der Inhalt seines Krimis, sich auf die Suche nach der NS-Vergangenheit der eigenen Familie zu begeben, passt aber wohl gut zu dem aktuellen Thema.

So gelang es dem Leverkusener Autor Inhalt und Genre zusammenzubringen

Es bleibt allerdings die Frage nach der Kompatibilität des eskapistischen Genres des Urlaubskrimis und einem der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. „Ich habe es durch die Struktur geschafft, dieses schwere Thema in einen Urlaubskrimi zu verpacken“, erklärt Burmeister dazu. Und weiter: „Es geht eben nicht nur um die NS-Vergangenheit, sondern es gibt zwei Handlungsstränge, die zwar ineinander verwoben sind, aber wodurch der Fokus wechseln kann.“

Auf diese Weise hält der Krimi die Spannung aus Leichtigkeit und Schwere aus, ohne sie aufzulösen. Dass beide Seiten koexistieren, zeigen wohl auch die Reaktionen der Leserinnen und Leser, wie Jens Burmeister schildert. „Eine Leserin schrieb mir, dass sie den Krimi erst mal weglegen musste, weil sie ein ähnliches Schicksal hatte: Auch ihr Großvater war in Italien im Zweiten Weltkrieg“, berichtet er.

Gleichzeitig sieht er seinen Urlaubskrimi nicht in der Verantwortung, aufzurütteln – vielmehr: anzustupsen. „Wenn ich etwas über Historie wissen will, lese ich Geschichtsbücher. Belletristische Literatur kann einen Anstoß geben und zeigen ‚Das ist ein wichtiges Thema!‘, aber es geht nicht so sehr darum, den Leser zu erziehen“, betont der Schriftsteller.