Tag fünf des Festivals bringt im Erholungshaus drei ziemlich verschiedene Bands zusammen.
KonzertTrilok Gurtu, ein Heimspiel und ein Debüt bei den Leverkusener Jazztagen

Der indische Perkussionist und Sänger Trilok Gurtu mischte im Erholungshaus indische und westliche Traditionen.
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„Don't shoot the Drummer“ heißt ein Stück auf seiner jüngsten Einspielung One Thought away. Wer käme auf diese verrückte Idee? Trilok Gurtu machte am Dienstagabend den Türöffner im Erholungshaus. Das mag insofern Sinn ergeben haben, als der betagte Perkussionist nicht lange ausharren wollte an diesem Konzertabend im Erholungshaus. Als „Vorband“ taugt der Altmeister wahrhaftig nicht. Indes, seine filigranen Klang-Kunstwerke erfordern in der Regel viel Konzentration. Erst recht, seit es der Mann mit den indischen Wurzeln mit der Reduktion immer weiter treibt. Und weil ja auch bei Konzerten die Aufmerksamkeitsspanne nachlässt, war die Reihenfolge diesmal vielleicht gerade richtig. Bezaubern konnte Gurtu seine Zuhörer allemal.
Allerdings erwies sich der Abend als einer für eine überschaubare Schar von Kennern. Schade für Trilok Gurtu, aber noch mehr den jungen Jakob Bänsch, der den letzten Teil des Abends bestritt. Der Trompeter aus Pforzheim gilt als große Nachwuchshoffnung, seit er sein erstes Album veröffentlichte. „Opening“ erinnert Jazz-Kenner nicht umsonst an eine Preziose, die der große Wynton Marsalis vor reichlich vier Jahrzehnten vorlegte. Ob sich Jakob Bänsch da in zu große Fußstapfen gewagt hat? Nicht wirklich zu beurteilen nach diesem Dienstagabend in Leverkusen. Aber dass er das Zeug zu ganz Großem hat, klang mehr als einmal an.
Der Ex von Anke Engelke gibt Gas
Zwischen dem Altmeister Gurtu und dem Talent Bänsch gab es ein Heimspiel im Erholungshaus. Claus Fischer war einer der „Drei vom Rhein“, zu denen vor zwei Jahrzehnten ein gewisser Pit Hupperten stieß. Sein Instrument, der E-Bass, führte ihn zunächst zum Rock. Bis, ja er eines Tages eine Kassette von „Earth, Wind & Fire“ in die Finger bekam, erzählt er im Erholungshaus. So etwas hatte der junge Autodidakt noch nie gehört: diese Akkorde ... Irgendwann war das Magnetband hinüber, aber bis dahin hatte Claus Fischer die Richtung gefunden, in die er wollte.
Im Programmheft der Jazztage wird er als „einer der weltbesten E-Bassisten“ geführt, der sich indes erst vor genau einem Jahr die Frage nach einer eigenen Platte mit „Ja“ beantwortet hat. Aus „Downland“ erklang dann auch etwas. Bis der Mann, der sich immer wieder als Show-Musiker verdingt hat, was ihm ein interessantes Spektrum an Partnern einbrachte – von Stefan Raab über Chaka Khan bis Charlie Mariano, zum Beispiel – einen gewaltigen Schlusspunkt setzte: Was sich alles aus einem einzigen Akkord zaubern lässt, wenn man zudem noch am Tempo dreht – atemberaubend.
