Jetzt ist das Wetter feucht-kalt, aber die trockenen und extremen Hitzetage über mehrere Monate im Sommer 2026 sind noch nicht vergessen. Genau wie die Bilder von den Wald- und Moorbränden in Deutschland und in Belgien, deren Rauchfahnen man zeitweise auch in Leverkusen noch riechen konnte. Die Linke wollte wissen, wie die Feuerwehr damit umgehen will, wenn einmal der Bürgerbusch ernsthaft brennen und der zusammenhängende Wald von 320 Hektar in Flammen stehen würde. Der Wald liegt mitten in der Stadt und eine der wichtigsten Autobahnen führt mitten durch ihn durch.
Die Feuerwehr sieht da eine eher geringere Gefahr, antwortet sie auf die Anfrage der Fraktion. Mit einer Situation wie im Hürtgenwald in diesem Sommer lasse sich ein möglicher Brand im Bürgerbusch überhaupt nicht vergleichen. Der Leverkusener Stadtwald sei weder so großräumig noch so schwer zugänglich. Anders als der Hürtgenwald ist der Bürgerbusch nicht mit Kampfmitteln belastet, die Feuerwehr könnte also ohne Probleme zu einem Brandherd vorrücken.

Der Bürgerbusch ist durch Wege auch für die Feuerwehr gut zugänglich.
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Ungleich gefährlicher seien in Leverkusen etwa Störfälle im Chempark, Hochwasser- und Starkregenereignisse. Die Feuerwehr sorgt sich auch stärker um Ausfälle im Strom- und Trinkwassernetz – in der kritischen Infrastruktur. Die Autobahn berge Gefahren, auf die man sich vorbereiten müsse, etwa bei verkehrsbedingten Großlagen auf dem dichten Autobahnnetz, so die Feuerwehr.
In der Gefährdungsanalyse und der Risikobetrachtung für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz bewertet die Feuerwehr Szenarien nach Eintrittswahrscheinlichkeit, dem möglichen Schadensausmaß und der Flächenwirkung. Angesichts des geringen gesamten Waldflächenanteils am Stadtgebiet von nur 14,8 Prozent und der kleinteiligen, durch die Autobahn zerschnittenen Struktur des Bürgerbuschs und einer deutlich geringeren Vegetationsmasse, im Vergleich zu ländlichen waldreichen Gebieten, sei das Szenario „Waldbrand“ für Leverkusen untergeordnet. Auf Löschflugzeuge oder Hubschrauber werde man in Leverkusen kaum angewiesen sein. Trotzdem hat die Feuerwehr alle Seen auf dem Leverkusener Stadtgebiet erfasst und die relevanten Daten aufbereitet.
Auch wenn es hier nicht so schlimm kommen würde wie in Hürtgenwald: Das Risiko werde nicht ignoriert. Der Bürgerbusch blieb zwar verschont, aber 2026 hat es Vegetationsbrände am Westring und in Rheindorf gegeben. Das waren zwei eher kleine Brände. Die hätten aber gezeigt, dass Bodenfeuer im besiedelten Stadtgebiet erhebliche Kräfte binden können, so die Feuerwehr. Aus ihrem Einsatz im Hürtgenwald habe die Feuerwehr Leverkusen kaum neue Erkenntnisse gewinnen können. Als sie dort eingesetzt wurde, war das Feuer schon weitgehend unter Kontrolle.

Eine Waldbrandübung gab es 2004 im Bürgerbusch in Alkenrath.
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Die Vegetationsbrände in Rheindorf hätten aber gezeigt, dass man gut gerüstet sei, mit zwei geländegängigen Tanklöschfahrzeugen, Waldbrandausrüstung, bestehend aus dünneren Schläuchen und Strahlrohren, sowie Waldbrandrucksäcken. Waldbrandbekämpfung sei aber kräftezehrend und personalintensiv. Deshalb muss die Freiwillige Feuerwehr damit rechnen, früh eingebunden zu werden. Die Kosten für einen Einsatz in dem Privatwald müsste wohl die Stadt tragen. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit muss der Verursacher zahlen.
Für die Anregung oder Durchsetzung von vorbeugenden Maßnahmen im Forst, etwa das Entfernen großer trockener Holzstapel, erklärt sich die Feuerwehr nicht zuständig.
Geübt habe man das Szenario Waldbrand zuletzt nicht, schreibt die Feuerwehr. Im Zeitungsarchiv findet sich ein Bericht einer Übung mit Evakuierung des Altenheims in Alkenrath aus dem Jahr 2004.

