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„Arm sein“Wie der Leverkusener Theaterbetrieb Solidarität in die Tat umsetzt

Einnahmen gehen an die Tafel, Karten gibt es schon für fünf Euro.

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Die Burghofbühne Dinslaken bringt das Stück „Arm sein“ nach Leverkusen.

Die Burghofbühne Dinslaken bringt das Stück „Arm sein“ nach Leverkusen.

Nein, Stoff für eine Komödie ist das sicher nicht, was am Dienstag, 3. November, im Forum auf die Bühne kommt. Darüber könne man schließlich keine Komödie schreiben, sagt Claudia Scherb. Trotzdem, so sagt die Theaterdramaturgin der Stadt, vermittle die Burghofbühne Dinslaken mit dem Stück „Arm sein“ auch so etwas wie Zusammengehörigkeitsgefühl.

Der Theaterabend wird kein gewöhnlicher im Studio sein. Das liegt nicht nur am Stück. In „Arm sein“ von Nora Mansmann treffen eine alleinerziehende Krankenpflegerin und ihre jugendliche Tochter und ein junger Mann, der Bücher schreiben will, auf dem Dach eines Krankenhauses aufeinander. Sie alle drei ringen dem Titel des Stücks entsprechend mit ihrer Existenz.

Was den Theaterabend besonders macht, ist weniger das Thema des Stücks, als vielmehr das Drumherum. Denn die Stadt hat sich entschieden, Karten nicht dem üblichen Preismodell nach zu verkaufen, sondern nach dem Motto „Jeder gibt, was er kann“. Das heißt, es gibt ein „Knapp-bei-Kasse“-Ticket für fünf Euro, ein reguläres Ticket für 24 Euro. Für 35 Euro ist man Bronze-, für 50 Silber- und für 100 Euro Gold-Unterstützer. Kartenverkauf nach dem Solidarprinzip. Und: Die Einnahmen gehen an die Leverkusener Tafel.

Kultur soll nicht als eine Abteilung im Elfenbeinturm gesehen werden, sondern als wichtiger Teil der Gesellschaft.
Claudia Scherb, Theaterdramaturgin

Mit der Aktion wollen Scherb und ihr Team Verantwortung zeigen: „Kultur soll nicht als eine Abteilung im Elfenbeinturm gesehen werden, sondern als wichtiger Teil der Gesellschaft.“ Es geht um Teilhabe. Und das auch in Zeiten knapper Haushaltskassen. Nicht jeder und jede kann sich einen Theaterbesuch leisten. Und das, obwohl, wie Claudia Scherb sagt, Tickets bei kommunalen Institutionen schon stark bezuschusst sind. Zudem hätten alle Theater und Gastspielhäuser heute mit steigenden Energiekosten zu kämpfen. Das lasse Ticketpreise häufig steigen. Gar nicht mal so sehr die Honorare. Die stünden nämlich in keinem Verhältnis zum Beispiel zu TV- und Kinoproduktionen. Vor allem, weil Schauspieltruppen selbst von hohen Kosten betroffen sind, zum Beispiel von teurer gewordenen Preisen für Busse für ihre Tourneen.

Somit könnte der Bezug kaum aktueller sein für „Arm sein“. Ein Stück, das Scherb als „Brückenschlag“ sieht. Zwischen dem Kulturbetrieb und gesellschaftlicher Armut. „Das Stück sagt viel über die Würde des Menschen“, sagt die Dramaturgin. Vielschichtig sei es, ein Theaterstück zwischen „Jugendstück und Abendspielplan“. Und eines, das trotz aller Ernsthaftigkeit eines transportieren soll, auch wenn es keine Komödie ist: Hoffnung.

„Arm sein“ nach dem Schauspiel von Nora Mansmann, Burghofbühne Dinslaken, Inszenierung Mirko Schombert, Ausstattung Jörg Zysik, Schauspieler Oleksandra Zapolska, Asim Odobašić, Vera Rumpel, Studiobühne im Forum, 19.30 Uhr, Kartenverkauf nur über das Kartenbüro, Ambüchelter Hof 9, geöffnet montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr.