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Leverkusen will Raser störenHilft mehr Licht unter der Stelze?

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An die Autobahn 1 (Stelze) grenzt der Sportpark, auf dem unter anderem die Profimannschaft von Bayer 04 Trainingsplätze nutzt. Die Parkplätze unter der A1 sollen aber wegfallen (ab 2032). Als Ersatz kommen ein Parkhaus oder ebenerdige Parkplätze auf den Trainingsplätzen infrage. Bild: Ralf Krieger

Heute ist es dunkel unter der Stelze, das könnte sich ändern. Die Stadt prüft, wie man den auch als Rennstrecke missbrauchten Parkplatz beleuchten könnte.

Bodenschwellen sollen zu teuer sein. Allerdings ist man nicht sicher, ob mehr Licht die Raserei nicht noch begünstigt.

Ein Mitglied der „Parents for Future“ hatte in einem Bürgerantrag angeregt, dass die Stadt unter der Stelzenautobahn ein Bürgerfest ausrichten soll. Grund für das Fest soll in erster Linie die Informationsvermittlung über die kommenden Probleme des „unzeitgemäßen Autobahnausbaus“ sein, so Alice Werner von den „Parents“ im Ausschuss. Die Stadtverwaltung lehnt den Vorschlag ab. Zu teuer, kein Personal vorhanden, aber man befürworte die Idee grundsätzlich, sagte Daniel Hambüchen von der Kulturverwaltung im Ausschuss.

Im Bürger- und Umweltausschuss ließen die Mitglieder die Verwaltung aber nicht ganz aus der Verantwortung. Die Verwaltung könne nicht einfach sagen: „Macht das mal alleine“. Die „Parents“ sollen jetzt, womöglich gemeinsam mit Vereinen, ein Konzept für ein kleineres und vor allem für die Stadtverwaltung weitgehend kostenneutrales Fest erdenken und erneut einbringen.

Videoüberwachung nicht erlaubt

Auch bei der Überwachung der störenden und auch gefährlichen Autoposer und Raser unter der Stelze geht es nicht wirklich voran: Die CDU forderte die pauschale Videoüberwachung des langen und überdachten Parkplatzes. Wie aber schon seit Jahren bekannt ist, sind solche Überwachungen nur an echten Brennpunkten erlaubt, etwa am Kölner Ebertplatz. Die Stadtverwaltung habe auch gar kein Geld, um etwa Poller oder Berliner Kissen aufzubringen, die man in ein paar Jahren wieder herausreißen müsse, wenn die Baustelle komme, sagte ein Mitarbeiter der Verwaltung.

Dort wird oft viel zu schnell gefahren. Auf Anfrage teilte ein Sprecher der Verwaltung mit, dass die Straßenverkehrsordnung keine Höchstgeschwindigkeit auf Parkplätzen vorgebe, die Rechtsprechung sehe aber Schrittgeschwindigkeit (unter zehn km/h) vor, da man auf Parkplätzen immer vorsichtig und bremsbereit sein müsse. Über die Frage herrscht Unklarheit: Die Polizei hatte im Januar geschrieben, dort sei das  Tempo  auf 50 km/h limitiert.

Der Ausschuss einigte sich, dass ein Beleuchtungskonzept erarbeitet werden soll. Stefan Pausch (Grüne) bemerkte vor der Abstimmung, dass dann nachts eine gut ausgeleuchtete, überdachte Rennstrecke unter der Stelze zur Verfügung stünde. Er und die Kollegen stimmten trotzdem dafür.