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BeschäftigungsstatistikWie Frauen in Leverkusen arbeiten

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Judith Gövert, Geschäftsführerin des DGB Köln-Bonn

Judith Gövert, Geschäftsführerin des DGB Köln-Bonn, fordert weniger Minijobs für Frauen

Der DGB hat die Jobs von Männern und Frauen verglichen. In der Stadt gibt es besondere Auffälligkeiten.

Frauen in Leverkusen arbeiten seltener und das dann auch noch sehr oft in Minijobs. Das zeigen Zahlen aus dem Sozialbericht der Stadt, den der Deutsche Gewerkschaftsbund in der Region Köln/Bonn jetzt im Hinblick auf diese Fragestellung ausgewertet hat. Beim DGB wurden die Daten der Großstädte Köln, Bonn und Leverkusen analysiert. Außerdem in den Kreisen Rhein-Erft, Rhein-Berg, Rhein-Sieg und Oberberg. Sie zeigen beträchtliche Unterschiede.

Im Rhein-Sieg-Kreis liegt die Beschäftigungsquote von Frauen recht nah an jener der Männer. In Leverkusen dagegen ist die Lücke besonders groß: Nach den letzten Zahlen – sie stammen aus dem Jahr 2023 – hatten zwar 55,5 Prozent der Frauen einen Arbeitsplatz. Das Verhältnis zur Beschäftigungsquote der Männer war mit 82,5 Prozent aber besonders niedrig: Im Rhein-Sieg-Kreis lag dieser Wert bei knapp 91 Prozent. Dazu kommt: Frauen in Leverkusen haben vergleichsweise oft einen Minijob. Je 1000 Einwohnerinnen waren 102,2 Frauen geringfügig beschäftigt. Bei den Männern waren es 80,2 per 1000 Einwohner.

In ganz Nordrhein-Westfalen bestätigt sich die Tendenz aus Leverkusen: Frauen besetzen 76 Prozent der Teilzeitstellen und gut 59 Prozent der Minijobs.

Beschäftigung allein sagt noch nichts über wirtschaftliche Unabhängigkeit aus
Judith Gövert, Geschäftsführerin beim DGB Köln-Bonn

„Wir müssen genauer hinschauen, welche Arbeit Frauen tatsächlich leisten und unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Beschäftigung allein sagt noch nichts über wirtschaftliche Unabhängigkeit aus“, sagt Judith Gövert, Geschäftsführerin der DGB Region Köln-Bonn. „Wenn Frauen überdurchschnittlich häufig in Minijobs oder Teilzeit arbeiten, weil andere Arbeitsmodelle fehlen oder die Belastung zum Beispiel in personennahen Dienstleistungen zu hoch ist, dann ist das keine individuelle Entscheidung, sondern häufig das Ergebnis struktureller Rahmenbedingungen“, ergänzt sie.

„Wenn Politik und Arbeitgeber über Fachkräfte, Potenziale und wirtschaftliche Stärke reden, dann gehört die Gleichstellung dazu. Wer Frauen mehr Erwerbsarbeit ermöglichen will, muss dafür sorgen, dass Kinderbetreuung funktioniert und Arbeitszeiten zum Leben passen“, folgert Gewerkschafterin Gövert in diesem Zusammenhang.

Für den DGB steht fest: „Minijobs sind keine Gleichstellungspolitik“, weil sie wenig soziale Absicherung bieten und langfristig die Gefahr von Altersarmut verschärfen. Sie müssten also reformiert werden und ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig sein.

Statt Minijobs müsse es Arbeitszeitmodelle geben, die zu unterschiedlichen Lebensphasen passen. Beim DGB denkt man dabei vor allem an reduzierte Vollzeitmodelle mit 30 oder 32 Wochenstunden, ein echtes Recht auf Aufstockung der Arbeitszeit sowie ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit.