Der Kommunale Ordnungsdienst wird angehalten, entschlossen gegen wildes Böllern vorzugehen. Im Rathaus gibt es Zweifel.
FeuerwerkIn Leverkusen soll es zu Silvester strenger zugehen

Ein typischer Einsatz an Silvester: Die Freiwillige Feuerwehr Schlebusch löscht eine brennende Mülltonne.
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Feuerwerk an Silvester wird ein immer größeres Problem. Diese Beobachtung haben jedenfalls CDU und SPD gemacht. Von „unschönen Situationen“ sprach am Montagabend Tim Feister im Finanzausschuss. Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten meinte zum Beispiel die Ereignisse am Königberger Platz in Rheindorf: Dort waren zum Jahreswechsel Polizisten und ihr Auto attackiert worden.
Muss es also Zonen geben, in denen Böllern verboten ist? Auch Feister weiß, dass zu einem Verbot auch eine Kontrolle gehört. Und die ist schwierig: Der Kommunale Ordnungsdienst hat auch so schon sehr viel zu tun. Bade-, Grill- und Lachgasverbot müssen überwacht werden, neben den üblichen Jobs. Hinzu kommen rechtliche Probleme, darauf wies Steffen Franzkowski hin, der Leiter des Fachbereichs Ordnung und somit auch Herr über den KOD. Eine besondere Brandgefahr sei nicht gegeben – jedenfalls nicht dort, wo besonders viel Feuerwerk abgebrannt wird.
Der vorige Jahreswechsel war nicht auffällig
Feuerwehr und Rettungsdienst hätten voriges Mal auch nicht sonderlich viel zu tun gehabt. Für Feuerwehr Leverkusen sei die Silvesternacht 2025/26 „verhältnismäßig ruhig“ verlaufen. Die 27 Pyrotechnik-bedingten Einsätze seien größtenteils Mülltonnenbrände gewesen, oder Reste von Feuerwerksbatterien seien in Flammen aufgegangen. „Der Rettungsdienst wurde in der Zeit von 20 bis 3 Uhr zu 32 Einsätzen gerufen. Der gesamte Einsatztag, mit 89 Einsätzen, entsprach einem leicht erhöhten Einsatzaufkommen für den Rettungsdienst. Es kam auch zu keinen Übergriffen auf Einsatzkräfte“, berichtet die Stadtverwaltung.
SPD-Fraktionschef Dirk Löb warb im Finanzausschuss trotzdem dafür, das Thema „mal etwas strukturierter“ anzugehen. Auch er weiß: „Der KOD kann nicht überall sein.“
Bei der FDP gibt es wenig Sympathie für weitere Regelungen an und um Silvester. „Das sind zwei Tage im Jahr. Wir können uns auch überkontrollieren“, ist die Einschätzung von Valeska Hansen. So richtig überzeugt von Böllerverboten ist auch Claudia Wiese nicht, die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sie schlug vor, das Thema noch einmal sacken zu lassen und zu vertagen. Keneth Dietrich (Linke) schließt aus der Stellungnahme der Stadtverwaltung: „Die bestehenden Gesetze sind eigentlich ausreichend.“
Trotzdem gab es am Montagabend eine Mehrheit für mehr Regeln rund um Silvester: Über die bestehenden Böllerverbotszonen soll besser informiert werden, der KOD soll um den Jahreswechsel herum verstärkt auf wildes Böllern achten und einschreiten. Über die Erfahrungen damit soll die Stadtverwaltung den Politikern berichten.
