Im fünften Jahr der Kitzrettung haben die Jäger ihr Einsatzgebiet nochmals ausgeweitet, weil sich weitere Landwirte bei ihnen gemeldet haben.
TierschutzLeverkusener Jäger retten 82 Rehkitze vor Mähgeräten

Ein gerettetes Rehkitz in einer Box
Copyright: Leverkusener Jägerschaft
Die Leverkusener Jägerinnen und Jäger haben in diesem Frühjahr und Sommer insgesamt 82 Rehkitze aus Wiesen gerettet, auf denen die Mahd anstand. 51 freiwillige Helfer flogen dabei an 73 Einsatztagen insgesamt 338 Wiesen mit einer Gesamtfläche von 650 Hektar ab. Die Helfer setzten dabei fünf mit Wärmebildkameras ausgestattete Drohnen ein, mit deren Hilfe die Rehkitze aufgespürt werden können. Im Vergleich zum vergangenen Jahr war die abgeflogene Fläche laut der Mitteilung der Jägerschaft nochmal größer, weil sich mehr Landwirte bei den Jägern gemeldet hatten, um den für sie kostenlosen Dienst in Anspruch zu nehmen.
Am Anfang eines Einsatzes steht immer die Meldung eines Landwirts, der mitteilt, wann er welche Wiese mähen will. „Daraufhin werden kurzfristig die Helferteams zusammengestellt. Während der Drohnenpilot die Wiese abfliegt, beobachtet eine weitere Person, ob ein Kitz auf dem Bildschirm der Drohnensteuerung erscheint. Ist dies der Fall, machen sich Läufer mit Handschuhen, Keschern und Kisten auf den Weg und sichern das Tier“, erläuterte Dirk Riedel, Leiter der Kitzrettung das weitere Vorgehen der Jäger laut der Mitteilung. Ein Rehkitz hebt sich aufgrund seiner Körperwärme auf dem Bildschirm gut gegen die am frühen Morgen meist noch recht kühle Umgebung auf der Wiese ab und ist so identifizierbar.
Die 51 freiwilligen Helfer trugen dabei in mehr als 700 Stunden Einsatz 28 Jungtiere, die noch keinen Fluchtinstinkt entwickelt haben, aus dem Feld heraus und sicherten sie in Trageboxen am Feldrand. War die Mahd erledigt, entließen sie die Tiere wieder in die Freiheit. Weitere 54 bereits etwas ältere Jungtiere vertrieben die Helfer von Wiesen. Auch Junghasen und Fasanen retteten sie so das Leben.
Rehkitze haben in ihren ersten Lebenswochen noch keinen Fluchtinstinkt. Droht Gefahr, ducken sie sich tief ins Gras. Das Mähwerk der Landwirte würde dann ihren sicheren Tod bedeuten., zumal der Landwirt keine Möglichkeit hat, von seinem Traktor aus, Tiere in der Deckung rechtzeitig zu sehen und sein Fahrzeug zu stoppen. Landwirt Friedhelm Kamphausen bedankte sich stellvertretend für seine beteiligten Kollegen für den Einsatz der Kitzretter und die gute Zusammenarbeit mit den Jägern.
