Dutzende Schaulustige haben sich das astronomische Ereignis auf der Schönen Aussicht in Lützenkirchen angeschaut.
Schöne AussichtLeverkusener schauen sich Sonnenfinsternis mit Smartteleskop und Kartons an

Auf der Schönen Aussicht in Lützenkirchen schauten sich viele Menschen die Sonnenfinsternis an.
Copyright: Niklas Pinner
Juan Carlos Medina-Lopez und sein Kumpel Christian Sill zogen schon einige Blicke auf sich am Mittwochabend an der Schönen Aussicht in Lützenkirchen auf sich. Und das wollte schon was heißen. Denn auch wenn die Sonne erst gegen kurz nach 20 Uhr zu mehr als 90 Prozent hinter dem Mond verschwinden sollte, schauten schon vorher die Dutzenden Besucherinnen und Besucher durch ihre Sonnenfinsternisbrillen und selbst gebastelten Utensilien in Richtung des hellen Himmelskörpers.
Medina-Lopez und Sill waren dafür besonders professionell ausgestattet. Die beiden, die man wohl durchaus als Hobbyastronomen bezeichnen kann, hatten je ein sogenanntes „Smartteleskop“ dabei. Das von Sill war auf einem Auto positioniert, das von Medina-Lopez daneben auf einem Stativ. Natürlich beide mit der Linse in Richtung Sonne.

Christian Sill (l.) und Juan Carlos Medina-Lopez (Mitte) sind Hobbyastronomen und hatten ein Smartteleskop dabei.
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Ein Smartteleskop ist ein modernes astronomisches Gerät, sozusagen für den Hausgebrauch. Ihr Modell ist das Seestar S 50, das kostet etwas mehr als 700 Euro. Das schwarze Gerät ist mit dem Smartphone verbunden. Über eine App können Sill und Medina-Lopez das Teleskop, das – ähnlich wie bei einer Digitalkamera, erklärt Medina-Lopez – die Linse ausrichten, fokussieren und sogar schon im Voraus steuern, wann das Gerät Aufnahmen macht. Die App zeigt auch in 3D-Optik die Himmelskörper an. Die Nutzer können die dann per Fingertipp auswählen und das Teleskop macht hervorragende Aufnahmen. Es stellt sich selbst scharf, richtet sich entsprechend aus und regelt die Belichtung.
Wie das am Ende aussehen kann, zeigt Medina-Lopez auf seinem Smartphone, dort hat er ein beeindruckendes Bild eines Nebels im Weltall, das er kürzlich gemacht hat. Beziehungsweise mehrere Bilder, die hintereinander geschossen, zu einem gemacht wurden. Stacking nennt sich das in der Fotografie: Einzelaufnahmen, die oft unterschiedliche Schärfepunkte haben, werden sozusagen übereinandergelegt, sodass ein umfassendes, sehr detailreiches Bild entsteht.

Valbona Hoxha und ihre Tochter Stina (7) hatten sich eigene Utensilien gebaut, um die Sonnenfinsternis anzuschauen.
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„Aufklappen, aufstellen und am Horizont ausrichten“, das sei ganz einfach, sagt Medina-Lopez. Er und sein Freund Christian Sill werden sicher äußerst scharfe Bilder von der partiellen Sonnenfinsternis haben, der ersten dieser Größenordnung seit 1999.
Valbona Hoxha und ihre Tochter Stina (7) stehen etwas weiter zurück und schauen durch ihre selbst gebastelten Sonnenfinsternis-Boxen. „Wir haben keine Brillen mehr bekommen“, sagt Valbona Hoxha. In der Tat waren, zumindest in Wiesdorf, schon am Tag vor der Sonnenfinsternis keine Brillen mehr zu bekommen, „ausverkauft“ stand auf diversen Schildern bei Leverkusener Optikern.

Etwa 19.40 Uhr: Die Schaulustigen suchten sich die besten Plätze.
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1999, sagt Hoxha, habe sie sich die Sonnenfinsternis angeschaut. Damals, so zumindest ihre Erinnerung, sei man besser an die Schutzbrillen gekommen. „Die haben wir in der Schule gebastelt oder gab es an Kiosken“, sagt sie. Aber sie und ihre Tochter haben sich einfach selbst geholfen. Denn nötig ist das. Schaut man ohne Schutz bei einer Sonnenfinsternis in die Sonne, bündeln Hornhaut und Linse das Licht wie ein Brennglas auf die Netzhaut. Und das kann erhebliche Schäden anrichten.
Die Familie Hoxha wohnt in der Nähe, sagt die Mutter. Da liegt es nahe, sich das astronomische Spektakel auf der Schönen Aussicht anzuschauen. „Wir wollten uns das unbedingt anschauen“, sagt Stina. Und da waren sie und ihre Mutter an diesem Mittwoch sicher nicht die Einzigen.
