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Theater am „Freiherr-vom-Stein-Gymnasium“Leverkusener Schüler erschaffen ein ganzes Wunderland

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„Ab mit ihrem Kopf“ – das Unterstufen-Theater des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums bringt Alice im Wunderland auf die Bühne.

„Ab mit ihrem Kopf“ – das Unterstufen-Theater des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums bringt Alice im Wunderland auf die Bühne.

Das Unterstufentheater des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums bringt in vier Aufführungen den Klassiker „Alice im Wunderland“ auf die Bühne.

Welches Kind wünscht sich nicht manchmal ein weißes Kaninchen, das einen aus dem langweiligen Unterricht an einen spannenderen Ort zaubert? „Ich bin schon lange ein großer Fan von Alice“, sagt Adria Ballsieper. „Ich bewundere sie, weil sie tolle Abenteuer erlebt und verschiedene Figuren kennenlernt.“ Jetzt ist die Zwölfjährige selbst Alice – auf der Kellerbühne im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Hier führt das Unterstufentheater an drei ausverkauften Abenden und einem Vormittag für Grundschulen den Klassiker „Alice im Wunderland“ auf. Das ganze Schuljahr haben 46 Fünft- und Sechstklässler dafür geübt, teilweise wird sogar mit Doppelbesetzungen gearbeitet, weil sich so viele junge Schauspielerinnen und Schauspieler gemeldet hatten, die unbedingt auf der Bühne stehen wollen.

„Wir haben uns dieses Jahr für Alice im Wunderland entschieden, weil es so viele tolle, verschiedene Rollen gibt und mir die Symbolik auch wirklich gut gefällt“, sagt die verantwortliche Lehrerin Laura Clark. Den Alltag verlassen, in eine Traumwelt abtauchen, Abenteuer erleben – „Ich mag die Stücke, die Magie auf die Bühne bringen.“

Alice gibt es viermal

Alice gibt es nicht nur zweimal – neben Adria Ballsieper spielt in wechselnder Besetzung auch Johanna Weßler die Hauptrolle – sondern gleich viermal. Auch Alica Schneider und Emma Wrede spielen Alice in einzelnen Szenen in den verschiedenen Größen. Emma ist zwar erst in der fünften Klasse, aber deutlich größer als die beiden „kleinen“ Alices. Und damit kann sie die Hauptfigur in den Szenen verkörpern, in denen sie nicht durch den Zauber des Kaninchens geschrumpft ist.

Wachstum ohne Zaubertrank: Die kleine Alice (Adria Ballsieper) und die große Alice (Emma Wrede)

Wachstum ohne Zaubertrank: Die kleine Alice (Adria Ballsieper) und die große Alice (Emma Wrede)

„Das war schon eine coole Idee, für die unterschiedlichen Größen einfach unterschiedliche Schauspielerinnen zu nehmen“, sagt Emma, die glaubt, vor der Generalprobe am Donnerstag nervöser zu sein als vor der Premiere am Freitag. „Ich wollte, dass hier möglichst viel schiefgeht, damit morgen dann alles klappt!“ Adria weiß schon, wie aufregend es dann wirklich wird, wenn das Kellertheater mit 100 Zuschauerinnen und Zuschauern voll besetzt ist. Im vergangenen Jahr hat sie im Stück „Peter Pan“ die Fee Tinkerbell gespielt. „Da war ich auch schon total aufgeregt und da hatte ich gar keinen Text.“

Besuch einer verrückten Teeparty

Nun hat sie reichlich Text für all die Abenteuer: den Besuch auf einer Wiese voller arroganter Blumen, das Treffen mit der seltsamen Grinsekatze und den Besuch einer verrückten Teeparty. Bis sie schließlich in einem lebendigen Kartenspiel landet, in dem sie mit dem Königspaar Croquet spielen muss – mit (hier nicht ganz lebendigen) Flamingos als Schläger. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und überzeugend gespielt – von der herzzerreißend verzweifelten Hutmacherin bis hin zur herrlich herrischen Herzkönigin, die ihren Lieblingssatz dem Publikum vehement entgegenschmettert: „Ab mit ihrem Kopf!“

Ist am Ende alles doch nur ein Spiel?

Ist am Ende alles doch nur ein Spiel?

Viel Aufwand steckt hinter dem Stück: wöchentliche Proben über das ganze Schuljahr unter der Leitung von Lehrerin Laura Clark. Ein Probenwochenende, an dem auch Eltern beim Nähen der Kostüme halfen. Die Arbeit der Bühnenkunst-AG für die Requisiten und viel Hilfe von älteren Schülern, etwa beim perfekten Schminken auch schon zur Generalprobe. „Wir haben einen richtigen ‚harten Regiekern‘ von Jugendlichen, die die vergangenen Jahre mitgespielt haben und immer wieder kommen und mithelfen“, berichtet Lehrerin Clark. Sie selbst leitet die Theater-AG mit Leidenschaft, ist aber keine ausgebildete Theaterpädagogin, sondern Englischlehrerin. „Ich vertraue den Schülerinnen und Schülern, jeder gestaltet aktiv mit. Es ist toll, wenn die Kinder sehen, dass jeder Beitrag einen Unterschied macht.“ Von dem Mädchen, das immer den Vorhang auf- und zuzieht, bis zum Siebtklässler Aaron Tritz, der selbstständig Licht und Ton steuert.

Kleine Bühne für kleine Schauspieler

Dass die Vorstellungen im kleinen Kellertheater schon ausverkauft sind, tut ihr leid, gerne würde sie mehr Zuschauende einlassen. Dafür wäre die große Bühne in der imposanten Aula der Schule besser geeignet. „Langfristig kann man das überlegen“, sagt Clark. Allerdings fürchtet sie, dass das die Stimmkraft der jüngsten Schülerinnen und Schüler an der Schule ebenso überfordern könnte wie die Bühnenkunst-AG, die dann noch viel umfangreichere Bühnenbilder zaubern müsste. Und vielleicht verbreitet sich besagte Magie auf einer kleinen Bühne auch noch besser.

Am Ende bleibt dann nur noch die Frage: Muss Alice für ihre Abenteuer wirklich mit ihrem Kopf bezahlen? Oder ist alles doch nur ein Spiel?