Zitronenkuchen und Sprühsahne haben es in diesem Jahr zum ersten Mal in das Weihnachtspaket der Leverkusener Tafel geschafft. „Wir versuchen, immer ein bisschen Abwechslung hineinzubringen und vor allem auch Dinge einzupacken, die wir in der normalen Ausgabe der Tafel eher nicht haben“, erklärt Reiner Endlein, 2. Vorsitzender der Leverkusener Tafel. Denn zu Weihnachten soll sich jeder Leverkusener, unabhängig vom Geldbeutel, auch mal etwas Besonderes gönnen können.
Genau kann Endlein nicht mehr beziffern, wie lange die Tafel schon Essenspakete für Bedürftige zu Weihnachten packt. Zu Beginn der 2000er Jahre habe die Tafel die Aktion vom WDR übernommen, zunächst mit von der Bevölkerung gestifteten Lebensmitteln. „Da hatten wir dann zunehmend Probleme, dass wir in die Pakete schauen und je nach Abnehmer Dinge herausnehmen mussten, wie Schweinefleisch oder Alkohol“, sagt Adolf Staffe. 1. Vorsitzender. Deswegen sei man schon vor vielen Jahren dazu übergegangen, gemeinsam mit der Metro einheitliche Pakete zusammenzustellen. „Interreligiös“, wie Staffe betont.
25 Euro pro Paket
Eine Spende in Höhe von 25 Euro reicht für ein Paket, in dem insgesamt 18 Komponenten von Salz über Spätzle und Kartoffelknödel bis zu Gewürzspekulatius enthalten ist. „Natürlich sind auch kleinere Spendebeiträge willkommen“, betonen die Verantwortlichen der Tafel. 35.000 Euro müssen zusammenkommen, damit die geplanten 1400 Pakete finanziert sind. „Das hat in den vergangenen Jahren immer geklappt“, sagt Endlein und hofft auch in diesem Jahr wieder auf große Beteiligung von Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen. Tatkräftige Hilfe ist bereits organisiert: Beim Pakete packen unterstützen Basketballer und Cheerleader der Bayer Giants die freiwilligen Helfer der Metro. Das THW fährt die je 10 Kilogramm schweren Pakete in mehreren Lkw in die Wiesdorfer Christuskirche und hilft mit weiteren Freiwilligen, etwa von der Nordkurve karitativ, bei Einlagerung und Ausgabe.

Jedes Jahr kommen viele freiwillige Helfer zur Ausgabe der Weihnachtspakete in der Christuskirche.
Copyright: Ralf Krieger
Die Tafelverantwortlichen sind optimistisch, dass die Menge an Paketen weiterhin ausreicht. Zwar gibt es eine steigende Anzahl von mittlerweile rund 1800 Familien mit Berechtigungsschein für die Tafel, aber erfahrungsgemäß kommt nur ein Teil zur Weihnachtspaketaktion. An größere Familien werde dann auch mehr als ein Paket ausgegeben. „Wir sehen aktuell, dass weniger Ukrainer kommen. Viele haben nach ihrer Flucht mittlerweile in den ersten Arbeitsmarkt gefunden“, sagt Endlein. Dafür kämen wieder mehr Rentner, deren Bezüge nicht ausreichen. „Aber immer noch zu wenig. Ich würde mir wünschen, dass mehr bedürftige Rentner den Weg zu uns finden“, sagt Bärbel Bender.
Auch wenn die Lebensmittelpreise in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind, werden die Pakete weder teurer, noch leerer. Gemeinsam mit der Metro wählt Bärbel Bender die Produkte aus. „Wir schauen genau hin, wo wir vielleicht auf eine günstigere Eigenmarke zurückgreifen können, anstatt etwas herauszustreichen.“ Einen festen Platz in der Kiste haben für sie immer drei Artikel: Kaffee, Tee und ein Christstollen. „Das gehört zu Weihnachten einfach dazu.“
Spenden für die Weihnachtspakete-Aktion nimmt die Tafel unter dem Verwendungszweck „Weihnachtspate“ per Banküberweisung oder Paypal entgegen. Die Daten sind auf der Internetseite der Tafel zu finden.

