Exakt fünf Sekunden liegen zwischen dem ersten Ton, den Marika aus Leverkusen singt und dem Moment, in dem Nico Santos auf den großen roten Knopf drückt, der seinen Stuhl zum Umdrehen bringt. Weitere 16 Sekunden später folgt Rea Garvey. Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier drücken den Buzzer nach einer Minute und acht Sekunden. Einzig Shirin David hat die 33-Jährige mit ihrer groovigen Version von „Lila Wolken“ (Marteria, Yasha und Miss Platinum) nicht vollständig überzeugt. Ihr habe das Gefühl und die Treffsicherheit in den Tönen gefehlt, sagt sie später.
Das finden nicht alle Juroren entscheidend: „Du bist ein Allstar“, rufen die Fantas, als das stehende Publikum noch applaudiert. Dass drei Jurymitglieder sich umgedreht haben, bedeutet, sie wollen Marika in ihrem Team haben. Damit ist sie eine Runde weiter, das ist das Prinzip der „Blind Auditions“ bei der Castingshow. „Blind“, weil die Jury die Kandidatinnen und Kandidaten zuerst nicht sehen kann, sondern nur nach der Gesangsleistung urteilt.
Nico und Rea müssten sie eigentlich kennen, sagt Marika. Denn die beiden seien 2020 schon dabei gewesen, als die Leverkusenerin schon mal dabei gewesen sei, sich aber für ein anderes Team entschieden habe. „Der Pony“ müsse es sein, weshalb sie Marika nicht erkannt hätten, witzeln die Juroren. Damals war Marika in die Sing-offs gekommen, die gibt es in der Form inzwischen nicht.
Ich denke, eine Frau, die singt und rappt, gibt es in Deutschland selten
Rea lobte die Darbietung von Marika, merkte aber an, dass er das Gefühl gehabt habe, dass sie das Publikum nicht so mitgenommen habe. Da grätschte Sumdo sofort ein: „Ich fand das mega. Fast jazzig-verspielt.“ Dass die 33-Jährige sich ein deutsches Lied ausgesucht hat, ist kein Zufall: „Meine eigene Mukke ist auch auf Deutsch“, sagt sie den beiden Fantas. Nico Santos sieht, dass sie Biss hat. Das brauche man im Musikgeschäft. Wegen dieser Willenstärke sei sie in seinem Team gut aufgehoben, sagt der Sänger. Dem folgt die Sängerin. Am Freitag, 23. Oktober, wird sie in der nächsten Runde, den Battles, um 20.15 Uhr auf Sat.1 zu sehen sein.
„Ich denke, eine Frau, die singt und rappt, gibt es in Deutschland selten“, sagt die Leverkusenerin. Deshalb wolle sie wieder auf die Bühne der TV‑Show. Sie habe es einerseits vertraut empfunden, wieder bei TVOG mitzumachen. „Dennoch war es aufregend und einzigartig.“
Marika hat Musikpädagogik studiert und arbeitet als Livesängerin und Gesangslehrerin. In ihrer Freizeit ist sie am liebsten mit ihrer Familie zusammen. Sie liebt nach eigener Aussage Parfüm. Was sie sich von der Teilnahme an der TV-Show neben musikalischem Erfolg erhofft, ist für sie auch klar: „Ich nehme mit, dass man nie auslernt und ich dankbar bin für die Begegnungen und Erfahrungen.“


