Nach der Absage der EM füllen viele Stars der Para-Leichtathletik die Lücke mit einem Start beim „Heimspiel“ in Leverkusen.
Para-Leichtathletik-HeimspielWeltrekord-Laune in Leverkusen erwartet

Auch Markus Rehm wird wieder in Leverkusen antreten
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Der Frust darüber, dass wegen sportpolitischer Differenzen in diesem Jahr erneut keine Para-Leichtathletik-Europameisterschaft stattfindet, saß bei den Leverkusener Para-Leichtathleten tief. „Die EM ist eine Plattform und ein Moment, wo wir gesehen werden, es sollte das Highlight der Saison sein“, beschrieb Weitspringerin Nele Moos ihre Gefühlslage im Gespräch mit dieser Zeitung.
Weltmeisterinnen und Weltrekordler
An diesem Samstag aber können sie gesehen werden: beim „Heimspiel“ der Para-Leichtathleten. Und durch den Wegfall des Saisonhöhepunktes springt der TSV Bayer 04 Leverkusen in eine Lücke, die viele internationale Stars gerne annehmen: Der Niederländer Joel de Jong, der vor zwei Jahren in Leverkusen den Weitsprung-Weltrekord bei den oberschenkelamputierten Athleten für sich beansprucht hatte, kommt als frisch gekürter Weltrekordhalter über 100 Meter nach Leverkusen. Die Italienerin Ambra Sabatini ist Tokio-Paralympicssiegerin und Weltmeisterin über 100 Meter, in Leverkusen wird sie sich im Weitsprung messen.
Die Niederländerin Noelle Roorda ist Speerwurf-Weltmeisterin, der in Deutschland trainierende Inder Ajeet Singh Paralympics-Silbermedaillengewinner in dieser Disziplin. Marlene van Gansewinkel hat in Paris 2024 gleich drei Medaillen gewonnen, Noah Mbuyamba Weitsprung-Bronze und Olivier Hendriks 400-Meter-Bronze. Zudem wird die Italienerin „Bebe“ Vio, zweimalige Paralympicssiegerin im Rollstuhlfechten, über 100 Meter im Sprint antreten.

Nele Moos nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Paralympics in Paris
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Und dann sind da natürlich die Leverkusener Para-Athleten: Markus Rehm, Weltrekordhalter im Weitsprung, der seinen ersten Wettkampf nach einer Verletzung in Leverkusen bestreiten wird. Jule Roß hat ihren deutschen Rekord über 100 Meter auf 12,47 Sekunden gesenkt und ließ vor wenigen Tagen in Dublin sogar die Paralympics-Bronzemedaillengewinnerin hinter sich. Nele Moos sprang gerade mit 5,15 Metern nach langer Verletzungspause zum deutschen Rekord. Léon Schäfer findet über 100 Meter wie Lise Petersen wieder besser in die Saison und Kim Vaske stieß mit 11,31 Metern die Kugel schon zur Bestweite.

Kugelstoß-Weltrekordler Niko Kappel kommt auch nach Leverkusen
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Dazu werden weitere deutsche Athleten erwartet: Niko Kappel verpasste seinen Weltrekord im Kugelstoßen in Biberach um drei Zentimeter – vielleicht gelingt es in Leverkusen. Lara Baars, Paralympics-Siegerin, ist mit 9,30 Metern schon nah an ihrem Weltrekord von 9,77 Metern. Felix Streng sprintete in dieser Woche 10,64 Sekunden – auf seiner ehemaligen Anlage könnte es noch schneller gehen. Dazu bekommen Nachwuchstalente die Chance, sich auf großer Bühne auszuprobieren.
„Einige Athletinnen und Athleten dürften durchaus in Weltrekord-Laune hier anreisen“, stellt Jörg Frischmann, Parasport-Geschäftsführer beim TSV Bayer 04 Leverkusen, in Aussicht. Wichtig sei für ihn aber vor allem auch, dass die TSV-Athleten nach der EM-Absage noch einmal die Chance bekommen, sich „mit den Besten der Besten“ messen zu dürfen. „Dass solch große Abordnungen aus Italien und den Niederlanden zu uns kommen, ist eine tolle Bestätigung und ich erhoffe mir für alle einen schönen Wettkampf zum Saisonende.“
Die Zeiten
Das Para-Leichtathletik-Heimspiel findet am Samstag, 18. Juli, auf der Fritz-Jacobi-Anlage, Kalkstraße 46, statt. Das Hauptprogramm beginnt um 13 Uhr mit den 100-Meter-Wettbewerben, ab 10.30 Uhr laufen Kinder- und Vorprogramm. Sieben Weitsprung-Wettbewerbe sind angesetzt, rund 20 Rennen über 100 Meter. Das Kugelstoßen findet um 16 Uhr statt, der Weitsprung der Frauen um 17.45 Uhr, der abschließende Weitsprung mit Rehm, de Jong und Schäfer um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
