Leverkusen – So hatten sich Ute und Herbert Dörner das nicht vorgestellt. Das Burscheider Ehepaar hatte sein Auto im westlichen Teil der City-Center-Tiefgarage abgestellt, um rasch einen Arztbesuch zu erledigen. Als sie zurückkamen und ihr Parkticket bezahlen wollten, wurden sie unangenehm überrascht: Der Parkautomat am Hintereingang von der Dönhoffstraße akzeptiert kein Bargeld. Nirgends ein Schlitz zum Einwurf des einen zu entrichtenden Euro.
Denn seit gar nicht so langer Zeit sind neue Automaten im Einsatz, an denen nur noch bargeldlos mit Karte bezahlt werden kann. Allein an den Hauptzugangsstellen der weitläufigen Tiefgaragen unter dem City-Center und unter den Luminaden kann noch bar gezahlt werden.
Für die Dörners eine böse Falle: Er geht am Stock, sie am Rollator. Da der Automat am Hintereingang auch die Geldkarte nicht akzeptierte, waren sie auf Hilfe angewiesen. Eine freundliche andere Parkhauskundin, die das Problem schon kannte, hat in diesem Fall geholfen. Ist das noch eine kundenfreundliche Lösung?

Ratlos vor dem Parkscheinautomaten. Ute und Herbert Dörner waren beim Bezahlen auf fremde Hilfe angewiesen.
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Zu Jahresbeginn hat das in Grevenbroich ansässige Unternehmen Q-Park Operations Germany die Bewirtschaftung der beiden Parkhäuser in der City sowie im Forum mit zusammen rund 2000 Stellplätzen im Auftrag der Leverkusener Parkhausgesellschaft übernommen. Das Unternehmen ist einer der international agierenden Marktführer mit europaweit 547.000 Stellplätzen im Angebot. Da ist Leverkusen eher ein kleiner Fisch.
Bewährte technische Standards
Doch gelten auch hier jetzt die technischen Standards des Unternehmens, die sich andernorts bewährt haben und die Q-Park als „die Zukunft des digitalen Parkens“ bewirbt. Geändert haben sich damit die Öffnungszeiten der drei Garagen, die nun rund um die Uhr geöffnet sind, aber eben auch die Zugänge, die an weniger frequentierten Stellen nur noch mit Parkausweis oder Codekarte zu öffnen sind. Und eben auch die technischen Systeme.
Roman Rohrberg, Leiter der Abteilung Marketing & Sales bei Q-Park, bedauert auf Nachfrage der Redaktion die Unannehmlichkeiten in speziellen Einzelfällen wie hier für das Ehepaar Dörner. Er bittet aber auch um Verständnis, dass das neue System mehr Sicherheit biete und auch die Kosten verringere. Automaten ohne Bargeld würden nicht so schnell aufgebrochen, kontrollierte Zugänge nicht so schnell verschmutzt oder von ungebetenen Gästen belagert.

An einigen der neuen Automaten von Q-Park kann nur noch bargeldlos gezahlt werden.
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Hatte Q-Park Anfang des Jahres noch unübersehbare Probleme damit, Müll und überhaupt Verschmutzungen in den Wiesdorfer Tiefgaragen in den Griff zu bekommen, hat sich die Lage in den letzten Wochen merklich gebessert. „Wir haben inzwischen Mitarbeiter gefunden, aber auch zusätzlich Reinigungsfirmen im Einsatz“, erläutert Rohrberg. Auch zeige der reglementierte Zugang an den Nebenstellen inzwischen Wirkung: Es gibt deutlich weniger Verschmutzung.

Ein- und Ausfahrt ohne Halten an der Schranke: Die neue Kennzeichenerkennung macht es in den City-Tiefgaragen möglich.
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Als neuen Service bietet Q-Park seit Anfang Mai eine App an, mit der Dauerparker vorab Stellplätze buchen können und bei einer Registrierung des Fahrzeugs eine Kennzeichenerkennung dazu führt, dass sich bei Ein- und Ausfahrt die Schranken automatisch heben. Karten informieren in der App auch in anderen Städten mit Q-Park-Häusern, wo wie viele Stellplätze aktuell frei sind.
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In Leverkusen behält die stadteigene Parkhausgesellschaft immer noch das Sagen über Parkbedingungen und Tarife. So bleibt es zurzeit bei der günstigen Parkgebühr von jeweils einem Euro in den ersten drei Stunden.
Und sollte es dennoch mal technische Probleme geben – Roman Rohrberg verweist dann auf die in den Parkhäusern verteilten Service-Knöpfe, die einen direkten Sprachkontakt zu einem Mitarbeiter in Grevenbroich herstellt, der dann in der Regel helfen kann. Im Fall von Ute und Herbert Dörner wusste dieser allerdings auch keine Lösung.


