Abo

PCB-BelastungIn Opladener Neustadt gilt weiter Vorsicht beim Verzehr von Blattgemüse

2 min
Grünkohl steht kurz vor seiner Ernte auf dem Feld.

Grünkohl steht kurz vor seiner Ernte auf dem Feld (Symbolbild).

Im September 2023 hatte das Landesumweltamt eine PCB-Belastung in der Opladener Neustadt festgestellt. Jetzt gibt es teilweise Entwarnung.

Die Belastung des Bodens mit polychlorierten Biphenylen (PCB), die Experten des Landesumweltamtes (Lanuv) in Teilen der Opladener Neustadt festgestellt hatten, hat sich als weniger gravierend herausgestellt. Nachdem das Lanuv weitere Bodenproben entnommen und die Grünkohlprobe gemacht hat, steht fest: Die im September 2023 ausgesprochene Empfehlung, selbst gezogenes Blattgemüse nicht in größeren Mengen zu essen, kann jetzt auf ein wesentlich kleineres Gebiet beschränkt werden.

Es habe, so berichtet die Stadt, lediglich in dem Gebiet zwischen Karlstraße, Friedrich-List-Straße, Wilhelmstraße und Im Hederichsfeld noch eine Grünkohlprobe mit einer PCB-Belastung gegeben, die gesundheitliche Folgen beim Verzehr von Blattgemüse nicht ausschließen lasse. Für dieses Areal hält daher der medizinische Dienst der Stadt die Warnung aufrecht. „Grünkohl, Mangold oder Pflücksalate, die im Garten, gezogen werden, sollten deshalb nur in kleinen Mengen gegessen werden“, wird die Leverkusener Amtsärztin Dr. Mirja Stevens in der Mitteilung zitiert. In diesem Fall bedeutet das: nicht häufiger als vier Mal pro Woche jeweils höchstens 250 Gramm.

Die gute Nachricht für das gesamte beprobte Areal, das sich von der Kölner Straße im Westen bis zur Friedrich-List- und Robert-Blum-Straße im Osten und von der Fixheider Straße im Süden bis zur Karlstraße zog: Das gefundene PCB stammt nicht aus Boden. PCB aus der Luft wiederum reichert sich ausschließlich in Blattgemüsen an. Der städtische Fachbereich Umwelt hatte die Bodenproben beauftragt. Das Lanuv führte die „Grünkohlexposition“ durch.

Die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Mit einer weiteren Grünkohlexposition in dem Gesamtgebiet will das Lanuv versuchen herauszufinden, woher das PCB aus der Luft stammt. Auch Löwenzahn soll, wie schon im vergangenen Herbst, erneut beprobt werden. Der Fachbereich Umwelt untersucht parallel mögliche Emissionsursachen. Die Stadt rät allen Bewohnern und Bewohnerinnen in der Opladener Neustadt weiterhin allgemein zur Vorsicht beim Genuss von selbst gezogenem Blattgemüse. Sie will die Bevölkerung auch mit einer Hauswurfsendung informieren.


Potenziell krebserregend

Polychlorierte Biphenyle können krebserregend sein. Die PCB haben jahrzehntelang in der Industrie, aber auch in Haushaltsgeräten breite Anwendung gefunden, als Kühl- und Isoliermittel, als Wärmetauscher, Weichmacher und Brandverzögerer in Farben und Lacken. Seit 2019 ist die Herstellung und Verwendung von PCB EU-weit verboten. In Altgeräten und Baustoffen sind sie aber noch vielfach vorhanden.