Leverkusen – Biofrontera macht im Moment Gewinn. Vorstand Ludwig Lutter nennt für das erste Quartal ein Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen von 1,3 Millionen Euro für den Leverkusener Krebs-Spezialisten. Im Vergleich mit 2021 sei das ein ausgezeichnetes Ergebnis: Da standen noch gut 3,1 Millionen Euro Minus in der Bilanz.
Auch der Umsatz ist deutlich nach oben gegangen: um 20 Prozent auf reichlich sechseinhalb Millionen Euro; die empfindliche Corona-Delle im Geschäft wurde offenbar ausgeglichen. Lutter spricht von einem durchgängig erholten Geschäft: Neben dem US-Markt habe sich auch der Absatz des Hautkrebsmittels Ameluz in Europa „sehr positiv entwickelt. Ein Trend, der sich auch im April weiter fortsetzt.“
Viel verkauft, wenig Umsatz
In Deutschland habe sich das Geschäft in den ersten drei Monaten, „bezogen auf die abgesetzte Tubenmenge auch überaus erfreulich entwickelt, was sich jedoch auf der Einnahmeseite durch die Reimporte aus Spanien so noch nicht niederschlägt.“ Hintergrund ist die Rücknahme eines spanischen Preisdekrets: Die Behörden hatten dort einen Maximalpreis für Biofronteras Hauptprodukt festgesetzt, was den Umsatz deutlich verringerte. Nachdem die Manforter die Salbe jetzt wieder zu ihrem Preis verkaufen dürfen, sollte sich „der deutsche Markt auch umsatzseitig positiv entwickeln“, prognostiziert Lutter.
Die schon lange erwartete Wende zum Positiven ist fast ausschließlich mit der Trennung von der US-Tochter zu begründen: Seit die Biofrontera Inc. ihr Geschäft eigenständig betreibt, ist auch ein großer Kostenblock aus den Büchern der Manforter Aktiengesellschaft getilgt. Der Quartalsbericht weist nur noch eine und nicht zweieinhalb Millionen Euro Verwaltungs- und statt 4,8 noch 1,6 Millionen Euro Vertriebskosten aus.
Zwei Millionen weniger in der Kasse
Als US-Umsatz weist Biofrontera für die ersten drei Monate mit gut 4,7 fast eine Million Euro mehr aus als 2021, also 25 Prozent. Der Deutschland-Umsatz dagegen lag mit 1,1 Millionen Euro 17 Prozent niedriger als im Jahr davor. Das sei weitgehend den Reimporten geschuldet, so Lutter. In den restlichen europäischen Ländern hingegen seien die Umsätze um 140 Prozent auf 636.000 Euro gestiegen – 2021 waren es nur 265.000 Euro.
Der Kassenbestand ist zwar binnen drei Monaten um zwei auf 4,9 Millionen Euro zurück gegangen. Kopfzerbrechen bereitet das dem Vorstand jedoch nicht: „Aus heutiger Sicht steht der Biofrontera AG damit ausreichend Liquidität zur Umsetzung der Konzernstrategie in den kommenden zwölf Monaten zur Verfügung.“
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Nachdem das Geschäft in den ersten drei Monaten und im April erwartungsgemäß lief, sieht der Vorstand sich in seiner Prognose für das gesamte Jahr bestätigt, die vor einem Monat präzisiert worden war: Vorausgesetzt, die Märkte erholen sich nach der Corona-Krise weiter, sollte Biofrontera in diesem Jahr auf einen Umsatz von 24 bis 27 Millionen Euro kommen und ein Vorsteuerergebnis um die Null-Linie erzielen. Nach Steuern und Abschreibungen ergäbe das ein negatives Ergebnis „im niedrigen einstelligen Millionenbereich“, heißt es.



