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SpielschuldenEs gab Schläge und eine Platzwunde in einem Leverkusener Wettbüro

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Hardenbergstraße in Küppersteg

„Folge Deinem Instinkt“: Ein Wettbüro an der Hardenbergstraße in Küppersteg.

Kriminalisten warnen, dass in Wettbüros oft nicht alles ok ist. Ein Prozess am Amtsgericht beschäftigte sich mit den Folgen einer Wettschuld.

Als ehrlos wollte sich der Angeklagte wirklich nicht abstempeln lassen, nur weil er 100 Euro Spielschulden nicht zurückzahlen wollte. Deshalb soll der Schuldner vor drei Jahren in einem Wettbüro am Küppersteger Kreisel seinen Gläubiger so dermaßen verhauen haben, dass dieser mit Prellungen und Platzwunde am Kopf ins Krankenhaus musste. Das ist eine schwere Körperverletzung, die der Anklage zufolge zudem gemeinschaftlich, also mit Kumpels, verübt habe. Die Sache wurde im Leverkusener Amtsgericht verhandelt.

Die beiden Kontrahenten kannten sich. Sie waren gute Kunden im Wettbüro an der Hardenbergstraße, sagte ein Angestellter der Sportsbar. Wohl deshalb hatte der Geschädigte dem 28-jährigen Leverkusener Bekannten 100 Euro geliehen. Zuvor hatte er wohl einen Gewinn gemacht. „Im Wettbüro steht man füreinander ein“, erklärte der 34-jährige Neusser, weshalb er seiner Leverkusener Wettbekanntschaft das Geld überlassen hatte. Der Schuldner selbst kommt aus Küppersteg, er trägt den Nachnamen eines bekannten, auch in Leverkusen-Rheindorf ansässigen Familienclans.

„Folge Deinem Instinkt“, steht an der Scheibe

Wettschulden sind bekanntlich Ehrenschulden. Als der Neusser den Einsatz zurückhaben wollte, wurde er im Chat auf dem Handy aufs Übelste beleidigt und er revanchierte sich ebenfalls mit Beleidigungen. Das Wort „ehrlos“ steigerte die verbale Auseinandersetzung im Chat.

Der Leverkusener Schuldner drohte dem Gläubiger an, er werde ihm die Ohrfeige seines Lebens verpassen. Nachdem er das im Chat angekündigt hatte, geschah das auch im realen Leben, als man sich im Wettbüro „Sportsbar“ wiedersah. „Folge Deinem Instinkt“, steht an der Wettbude außen an der Ladenfront, aber das Folgende ist wahrscheinlich nicht damit gemeint: Einen Schlag auf den Hinterkopf habe er bekommen, sagt der Neusser. Pech für ihn: Der Leverkusener Schläger hatte noch Helfer im Laden, die angeblich auch noch zugelangt haben sollen. Eine Platzwunde und weitere Blessuren seien die Folgen gewesen.

Zeuge will die Schläge nicht gesehen haben

Ein Angestellter aus dem Wettbüro war als Zeuge geladen. Er sagte, er habe nur ein hochkochendes Gespräch mitbekommen, die Schläge habe er nicht gesehen. Er hält sich aus der Sache raus, er scheint zu beiden ein gutes Kundenverhältnis zu pflegen. Von beiden verabschiedet er sich nach der Aussage mit je einer Ghettofaust.

Unbeteiligt, meist mit leerem Blick, saß der mutmaßliche Schläger im Saal. Bisher hatte er keine Eintragung im Strafregister. Weil sich nicht alles ganz klar aufklären ließ, da aber der Gewaltakt ein nicht zu leugnender Fakt ist, einigten sich der Richter, die Staatsanwältin und der Angeklagte, auf Anraten seines Anwalts auf eine vorläufige Einstellung unter Auflagen.

300 Euro Wiedergutmachung muss der Angeklagte an den Mann mit der Platzwunde zu zahlen. Und noch eine Sache schaffte der Richter aus der Welt: Die 100 Euro Spielschulden muss der Schuldner gleichfalls zurückzahlen.