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SolaranlagenIst Leverkusens Wohnungsgesellschaft zu zögerlich beim Mieterstrom?

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LEV-Solardächer

An der Unstrutstraße in Rheindorf hat die WGL bei der Modernisierung Solaranlagen auf die Dächer gestellt.

Leverkusen – 800 Wohnungen hat die WGL auf dem Zettel, wenn es um Solarstrom geht. Das wären dann immerhin 4500 Quadratmeter mit Kollektoren. Das steht im Vertrag mit der Energieversorgung Leverkusen, über die das Projekt „Mieterstrom“ abgewickelt wird. Gut 30 Kontrakte gebe es schon, heißt es auf Nachfrage.

Grundsätzlich gelte: „Wir schauen uns jedes Dach an, wenn wir ein Haus anfassen.“ Dieter Roeloffs, kaufmännischer Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft, verweist zusätzlich auf Neubauten: In diesen Fällen sei die Frage nach Solarstrom schon länger Standard.

Eigener Strom ist billiger als alles andere

Das Modell „Mieterstrom“ hat die Sache deutlich einfacher und billiger gemacht: Weil der Strom gleich im Haus verbraucht wird, entfallen Gebühren für die Netznutzung, Stromsteuer und Konzessionsabgaben, die Strom sonst weiter verteuern. Beim Mieterstrom gelte sogar das Gegenteil: Er werde finanziell durch einen Zuschlag sogar gefördert. „Mit diesen Rahmenbedingungen können wir einen Tarif anbieten, der bei durchschnittlichem Verbrauch günstiger ist als alle anderen EVL-Tarife“, sagt Gerd Weiss. Der Vertriebsingenieur bei dem Versorger kümmert sich um die Zusammenarbeit mit der WGL.

Dort hat man kürzlich eine weitere Möglichkeit für Mieter ins Spiel gebracht, sich mit „selbstgemachtem“ Strom zu versorgen: kleine Solar-Kraftwerke für den Balkon. Auf dem Markt sind derzeit Modelle mit einer theoretischen Leistung von rund 300 oder 600 Watt. Faustregel: Wer mehr als 2000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, sollte zum größeren Modell greifen – wenn es denn lieferbar ist.

Nach Aufruf zurück gerudert

Aber das ist nach Beobachtung von Elisabeth Herkenrath nicht das Problem. Die Mieterin in Küppersteg hat auf den WGL-Aufruf reagiert und „auch gleich die Mitbewohner in meinem Haus aufgefordert, sich als Interessent zu melden“. Zu ihrer Enttäuschung ohne Erfolg: „Auch da wurde zurück gerudert.“

Aus ihrer Sicht reicht es nicht, wenn ihr Vermieter nur dann an Solaranlagen auf seinen Gebäuden denkt, wenn sie sowieso modernisiert werden. Und: Das Neubau-Programm sei längst nicht umfangreich genug, um bei der Energiewende endlich voran zu kommen.

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Sie stellt sich vor, dass auf den Häusern an der Georg-von-Vollmar- und Franz-Hitze-Straße in Küppersteg Sonnenkollektoren installiert werden können. „Bei der Wohnanlage handelt es sich um einen ziemlich großen Komplex und alle Gebäude haben Flachdächer.“ Leider hätten die WGL-Leute auf ihre Anregung „wortreich erklärt, dass sie Wohnungen vermarkten und kein Energieunternehmen wären, außerdem müssten die Dächer für solche Anlagen überprüft werden“.

Eine vertane Chance? Sie glaube, „dass eine Solaranlage auf den Flachdächern in der Lage wäre, den Energiebedarf der Mieter zu einem großen Teil abzudecken“. Aus Herkenraths Sicht muss bei der WGL mehr drin sein als Solarstrom für 800 Wohnungen. Das ist nur gut jede zehnte.