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Jahresbericht 2025Verbraucherzentrale Leverkusen: Abzocke in vielen Bereichen

2 min
Doreen Adam und Nina Joost stellen den Jahresbericht der Verbraucherzentrale Leverkusen vor.

Doreen Adam und Nina Joost stellen den Jahresbericht der Verbraucherzentrale Leverkusen vor.

Falsche Formulare, unseriöse Coaches – die Verbraucherzentrale Leverkusen hatte 2025 wieder viel zu tun.

Die Verbraucherzentrale Leverkusen hat ihren Jahresbericht vorgelegt. Ein Überblick über die Themen, die Verbraucherschützer aktuell beschäftigen:

4844 Verbraucheranliegen wurden 2025 in der Leverkusener Beratungsstelle behandelt. Davon waren 1718 im Bereich der Rechtsberatungen oder Rechtsvertretungen.

54 Prozent aller Beratungsinhalte drehten sich um die Themen Alltagsverträge und Reklamationen. Typische Probleme: Kunden bekommen nach Onlinebestellungen falsche oder defekte Gegenstände geliefert, die Shops reagieren aber nicht auf eine Reklamation. Auch angeblich falsche Retouren sind eine bekannte Masche: Händler behaupten, die Kunden hätten beispielsweise statt des Handys ein Shampoo geschickt und verweigern die Rückzahlung des Kaufbetrags.

87 Prozent der Befragten einer bundesweiten Studie der Verbraucherzentrale gaben an, beim Online-Handel schon einmal Probleme gehabt zu haben: Teure Rücksendungen, fehlende Erstattungen oder verschleppte Lieferungen sind alltäglich für Käufer.

18 Prozent der Beratungen drehten sich um das Thema Energie, acht Prozent um Mietrecht. Besonders im Fokus stand auch das Thema Glasfaserausbau, viele Bürgerinnen und Bürger fühlten sich hier durch aufdringlichen Vertrieb zu unerwünschten Vertragsabschlüssen gedrängt.

420 Euro forderte beispielsweise der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter 1N Telecom von vielen Verbrauchern in Leverkusen. Das Unternehmen verschickte Briefe der TPI Investment GmbH mit massiven Forderungen – oft ohne gültigen Vertrag. Das sei schon seit Jahren ein Ärgernis, habe in jüngerer Vergangenheit aber nachgelassen, sagt Rechtsberaterin Nina Joost. Die Beratungsstelle half betroffenen Verbrauchern mit rechtlichen Einschätzungen, Musterbriefen und Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

13 Prozent der Hilfesuchenden hatten Probleme in der digitalen Welt. Zum Beispiel boomt die Coaching-Branche: Vor allem in sozialen Medien ist das Angebot zu Hilfe in allen Lebensbereichen riesig, häufig müssen Verträge abgeschlossen werden. Darunter finden sich immer auch unseriöse Angebote. Auch unnötige Kosten für Formularhilfe sind ein Ärgernis. Wer zum Beispiel online nach einem Formular für Schufa-Auskunft, Nachsendeantrag oder Elterngeld sucht, landet schnell auf Seiten, die dazu Hilfe anbieten – natürlich gegen Kosten, die auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich sind. Häufig finden sich diese Seiten als Werbeanzeigen ganz oben auf der Trefferliste. Wer einfach nur das passende Formular haben will, muss genauer hinschauen.

71 Veranstaltungen hat die Verbraucherzentrale Leverkusen 2025 selbst durchgeführt oder besucht. Dazu zählt zum Beispiel die Ausstellung „Regen retten – Stadt begrünen“, in der die Verbraucherzentrale zeigt, wie jeder Klimaanpassung bei sich im Haus und Hof mitgestalten kann. Oder ein Projekt für dritte und vierte Klassen, in dem in Zusammenarbeit mit der Kölner Akademie für Gestaltung Schaubilder, Arbeitsblätter und Sticker zum Thema sauberes Abwasser entstanden sind.