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Werner-Heisenberg-Gymnasium LeverkusenSchule wegen Säure-Fund gesperrt

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Leverkusen – Einen möglicherweise explosiven Fund haben zwei Lehrer des Werner-Heisenberg-Gymnasiums am Montag gemacht. Eine Flasche mit Pikrinsäure lagerte in einem der sogenannten Giftschränke. Die beiden Gefahrstoffbeauftragten der Lützenkirchener Schule, Susanne Schlößer und Daniel Bernds, hatten sich am Vormittag zur Inventur im Naturwissenschaftstrakt getroffen. Mit der Bestandsaufnahme der gelagerten Stoffe haben sie schon vor längerer Zeit begonnen. „Heute war der letzte Schrank an der Reihe“, berichtete Bernds: Plötzlich habe er eine Flasche mit der Aufschrift Pikrinsäure in der Hand gehalten. Den Behälter habe er sofort abgestellt und zum Telefon gegriffen. Gegen 11 Uhr erreichte der Anruf die Feuerwehr.

Pikrinsäure wurde früher im Chemieunterricht eingesetzt, steht aber seit Jahren auf einer Liste mit Stoffen, die in Schulen nicht aufbewahrt werden dürfen. „Sie ist im flüssigen Zustand ungefährlich, aber im kristallinen hochexplosiv“, erklärte Stadtsprecherin Julia Schmidt. Ausgetrocknete Pikrinsäure wird als Sprengstoff klassifiziert. Sie reagiert sehr empfindlich auf Reibung und Erwärmung; Behälter dürfen nicht geöffnet werden. In welchem Zustand sich die in der Schule aufbewahrte Säure befand, ist unklar.

Sicherheitshalber rückten deshalb die Leverkusener Feuerwehr und der Rettungsdienst mit neun Fahrzeugen und 28 Rettungskräften zur Werner-Heisenberg-Schule aus. Die Polizei forderte zudem den Entschärferdienst des Landeskriminalamtes (LKA) an. „Der naturwissenschaftliche Trakt darf nicht betreten werden“, erläuterte Polizist Holger Bensch, der auf dem Schulhof mit den beiden Lehrern auf das Eintreffen der LKA-Mitarbeiter wartete.

Mit rot-weißem Flatterband war der betroffene Takt abgesperrt, ebenso die zwischen Schulgelände und Parkplatz verlaufende Straße. Im übrigen Gebäude lief der Unterricht derweil weiter. Die Experten aus Düsseldorf nahmen den 250 Milliliter fassenden Behälter mit – der Einsatz war um 14.15 Uhr beendet.

Bereits 2008 hat das NRW-Schulministerium alle Schulen im Land aufgefordert, ihre Bestände auf Pikrinsäure hin zu überprüfen und diese zu entsorgen. Die letzte Bestandsaufnahme im Werner-Heisenberg-Gymnasium sei offenbar schon einige Jahre her, hieß es am Montag von der Polizei.

Einsätze wegen Pikrinsäure gab es in Leverkusen in den vergangenen beiden Jahren in einer Apotheke und auf dem Wertstoffhof der Avea in der Fixheide. In beiden Fällen entsorgte das LKA den Stoff. (mit mbc)