Leverkusen – Ein Manager und Kenner der Szene steht vor einem Rätsel: „Kaum nachvollziehen“ kann Roman Milczarek den Weggang von Frank Obermaier. Der Chef der Wirtschaftsförderung Leverkusen habe bei der strategischen Ausrichtung und Neupositionierung der Stadt-Tochter „eine hervorragende Leistung erbracht“ und sei nicht beim „Impulse setzen“ stehen geblieben, schreibt Milczarek, der viele Jahre im Management des Bremsbelag-Konzerns TMD Friction gearbeitet hat und ehrenamtlich im Wirtschaftsgremium der Industrie- und Handelskammer engagiert war.
Eine glückliche Hand habe Obermaier auch bei Personalien gehabt. Das verjüngte Team der WfL sei „hoch motiviert“ bei der Sache. Mit dem Thema „Leverkusen ist mehr als ein Weltkonzern“ habe der WfL-Chef schnell „eine Plattform auch für die kleineren und mittleren Unternehmen in unserer Stadt entwickelt“ und diese Firmen mit wichtigen Forschungsorganisationen zusammengebracht. Milczarek nennt das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum, die Technischen Hochschulen in Aachen, vor allem aber in Köln.
Sehr engagiert im Hintergrund
Für die Ansiedlung der elften Fakultät in Opladen habe sich Obermaier vielfach engagiert, so Milczarek: Der WfL-Chef habe das Campus-Projekt „im Hintergrund durch unzählige Diskussionen mit den Beteiligten weitergetrieben“. Zu den guten Ideen gehörten die „Standortbotschafter“: Das sind Leverkusener Firmenchefs, die auf Reisen für ihre Stadt werben.

Frank Obermaier (links)
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Sehr verdienstvoll sei zudem der Entwicklungsplan für die nächsten zwei Jahrzehnte. Anlässlich des 20. WfL-Geburtstags im vorigen Herbst wurde mit Bürgern und Unternehmern an einer Zukunftsstrategie für die Stadt gearbeitet. Diese Skizze sei eine gute Blaupause für die Entwicklung der Stadt.
Leuchtturm „Probierwerk“
Bleibt das „Probierwerk“ an der Stauffenbergstraße. Aus Sicht von Roman Milczarek sucht der Opladener Inkubator für neue Unternehmensansätze mit Zugang zu Gründungsstipendien seinesgleichen. Das Probierwerk wird nicht nur von der Landesregierung unterstützt, die unter anderem mit Tom Frenzel einen der Betreuer bezahlt, sondern auch durch Spenden Leverkusener Unternehmer finanziert.
Letzteres sei wiederum dem Engagement Obermaiers zu verdanken. Der WfL-Chef habe das Konzept bei vielen Unternehmen vorgestellt und weiter verfeinert. Das sei mit einem „immensen Abstimmungsaufwand“ verbunden gewesen. Milczarek ist überzeugt, dass es Frank Obermaier leicht fallen wird, „in seiner neuen Aufgabe ein noch erfolgreicheres Gründungsportal aufzubauen und die Attraktivität seiner neuen Wirkstätte, die heute schon einen sehr guten Ruf in der Gründerszene hat, weiter zu verbessern.“
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Der WfL-Chef wechselt nächsten Monat nach Köln, wo das Amt für Wirtschaftsförderung gerade zu einer städtischen Tochtergesellschaft umgewandelt und deutlich vergrößert wird. Im Rathaus war Obermaier zuvor deutlich gemacht worden, dass sein nächstes Jahr auslaufender Vertrag nicht nochmals verlängert wird. Milczarek hält das für einen sehr großen Fehler. Er befürchtet nach Obermaiers Ausscheiden, dass „wir hier in unserer Stadt ohne strategische Ausrichtung lokalpolitisch zum Üblichen übergehen: Wir geben Impulse und lassen es dabei.“


