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Zwölf Euro MindestlohnIn Leverkusen hätte fast jeder Sechste mehr Geld

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Vom deutlich höheren Mindestlohn würde vor allem der Handel profitieren, sagt Gewerkschafterin Manja Wiesner.

Leverkusen – Von der deutlichen Erhöhung des Mindestlohns würden rund 15 Prozent aller Beschäftigten in Leverkusen profitieren. Darauf machte am Donnerstag Manja Wiesner aufmerksam. Die Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten im Bezirk Köln nannte unter Verweis auf eine Analyse des Pestel-Instituts in Hannover eine Zahl von 10.730 Menschen, für die eine Erhöhung um 2,40 auf dann zwölf 12 Euro Stundenlohn einen Effekt hätte: Zwar arbeiten in Leverkusen im Moment nur 2380 Beschäftigte zum Mindestlohn von 9,60 Euro. Doch weitere 8350 Personen bekommen zwar mehr als den jetzigen Mindestlohn, aber weniger als zwölf Euro pro Stunde.

Deshalb sieht Wiesner in der im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP vereinbarten Erhöhung des Mindestlohns einen „Meilenstein“. Vor allem in Unternehmen, die von der Gewerkschaft NGG vertreten werden: Hotels, Gaststätten, Bäckereien oder Fleischereien. Dort werde oft zu Löhnen gearbeitet, „die zum Leben nicht reichen – auch weil Unternehmen ausgehandelte Tarifverträge unterlaufen“, so Wiesner.

Am besten binnen 100 Tagen

Daher sei es so wichtig, die Erhöhung des Mindestlohns rasch auf den Weg zu bringen, am besten „in den ersten 100 Ampel-Tagen. Vom Kellner bis zur Bäckereifachverkäuferin – wer jeden Cent zweimal umdrehen muss, um seine Miete bezahlen zu können, für den zählt jeder Monat“, betont Wiesner. Die Erhöhung sehr niedriger Einkommen hätte besonders positive Effekte auf die regionale Wirtschaft, sagt die Gewerkschafterin, ebenfalls unter Verweis auf die Pestel-Studie: Der höhere Mindestlohn würde die Kaufkraft in Leverkusen um rund 16 Millionen Euro pro Jahr steigern und den Unternehmen höhere Umsätze bescheren.

Denn „wer ohnehin ein eher geringes Einkommen hat, kann meist nichts davon auf die hohe Kante legen“, so Wiesner. Damit fließe fast jeder Euro höherer Lohn in den Konsum, und viel werde am Ort ausgegeben. Schließlich sei die kräftige Anhebung der Lohnuntergrenze mit Blick auf die derzeit hohe Inflationsrate wichtig.

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Die Chefin der NGG-Region Köln appelliert an die Bundestagsabgeordneten, der geplanten Mindestlohn-Erhöhung in Berlin zuzustimmen: „Dass nach einem jahrelangen Ausufern des Niedriglohnsektors Menschen wieder besser von ihrer Arbeit leben können, sollte keine Frage des Parteibuchs sein. Es ist in einem reichen Land wie Deutschland überfällig.“ Dass Karl Lauterbach und Nyke Slawik zu der Mindestlohn-Vereinbarung im Koalitionsvertrag stehen werden, darf als gesichert gelten. Wie Serap Güler (CDU) abstimmen wird, ist weniger klar.