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Betrieb geht vorerst weiterBergneustädter Elektronikhersteller Norwe meldet Insolvenz an

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Blick auf ein Firmengebäude in Bergneustadt-Pernze

Seit den Sechzigerjahren ist die Paulstraße in Bergneustadt-Pernze der Sitz der Firma Norwe. 

Das Unternehmen beschäftigt am Hauptsitz in Pernze rund 80 Menschen. In den kommenden Wochen soll es Umstrukturierungen geben. 

 Die Norwe GmbH mit Sitz im Bergneustädter Stadtteil Pernze hat Insolvenz angemeldet. In der Folge hat das Amtsgericht Köln als zuständiges Insolvenzgericht ein entsprechendes Verfahren über das Vermögen des Herstellers von Elektronikbauteilen eröffnet und den Gummersbacher Rechtsanwalt Henning Dohrmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Neben dem Hauptwerk besitzt Norwe seit 1996 auch noch ein Tochterunternehmen in den USA – der Standort im Bundesstaat Ohio ist allerdings nicht vom Insolvenzverfahren betroffen.

Etwa die Hälfte geht von Bergneustadt aus in den Export

Bei dem Familienunternehmen arbeiten aktuell rund 80 Frauen und Männer. Für sie geht die Arbeit zunächst ganz normal weiter. Norwe fertigt vor allem Spulenkörper für den Maschinenbau und die Automobilindustrie. Den Anteil der für den Export bestimmten Ware an der Gesamtproduktion beziffert das Unternehmen auf etwa die Hälfte.

Als Gründe für die Insolvenzanmeldung nennt Lilli Weiner von der Inhaberfamilie „einen bunten Strauß von Gründen“ – neben der allgemein schlechten Wirtschaftslage machten der Firma etwa auch die hohen Energiepreise zu schaffen. Die Auftragsbücher seien allerdings gefüllt, so Weiner, die zudem betont: „Wir haben uns zu einem sehr frühen Zeitpunkt für das Insolvenzverfahren entschieden, um die Chancen einer Sanierung zu nutzen. Es gibt den klaren Willen, das Unternehmen fortzuführen. So ist es auch unseren Beschäftigten und Kunden kommuniziert worden.“

Es gibt den klaren Willen, das Unternehmen fortzuführen.
Lilli Weiner, Norwe GmbH

Die kommenden Wochen werde man nutzen, so Weiner, um Betriebsabläufe zu durchleuchten und nötigenfalls neu aufzustellen. Ob damit die Möglichkeit des Abbaus von Arbeitsplätzen einhergeht, vermochte Lilli Weiner zunächst nicht zu beantworten.

Die Firma Norwe wurde 1956 in Lüdenscheid gegründet und verlegte ihren Sitz 1964 nach Bergneustadt. Neben dem dortigen Standort und dem US-amerikanischen Tochterunternehmen gibt es Lohnfertigungen in Tunesien und – seit 2023 – auch in Polen. In den Jahren 2022 und 2024 investierte Norwe nach eigenen Angaben in energieeffizientere Spritzgussmaschinen.