Claire Hartung aus Bergneustadt setzt sich erneut gegen die männliche Konkurrenz durch und wird zum dritten Mal Europameisterin.
Jetski-FreestyleClaire Hartung aus Bergneustadt holt dritten EM-Titel in Folge

Claire Hartung aus Bergneustadt ist zum dritten Mal Europameisterin im Jetski Freestyle geworden.
Copyright: Hartung
Zwei Minuten, zahlreiche Tricks und am Ende erneut der Titel: Claire Hartung aus Bergneustadt ist zum dritten Mal in Folge Europameisterin im Jetski-Freestyle geworden. Bei der Europameisterschaft in Frankreich setzte sich die 21-Jährige erneut gegen die versammelte Konkurrenz – und die bestand, wie schon in den beiden vergangenen Jahren, ausschließlich aus Männern.
Dass sie als einzige Frau im Teilnehmerfeld antritt, ist für Hartung mittlerweile Normalität. „Das fällt mir gar nicht mehr auf“, sagt sie. Insgesamt waren bei der Europameisterschaft 36 Teilnehmer am Start. Hartungs Anspruch ist dabei längst klar: Sie will vorne mitfahren.
Persönlicher Erfolg
Dafür entwickelt die Bergneustädterin ihre Kür stetig weiter. Gemeinsam mit ihrem Vater Marc Sickerling, der selbst sechsmal Weltmeister im Jetski-Freestyle wurde, tüftelt sie an der Reihenfolge und den Übergängen zwischen den einzelnen Manövern. In den zwei Minuten ihrer Kür brachte Hartung schließlich 26 Tricks unter. „Wir haben die Kür vom vergangenen Jahr noch einmal verbessert“, sagt sie. Vor allem die Verbindung der einzelnen Tricks sei anspruchsvoller geworden. Damit stieg allerdings auch das Risiko. Je komplexer die Abfolge, desto höher kann die Wertigkeit ausfallen – gleichzeitig wächst aber die Gefahr, dass etwas nicht funktioniert.
Dass die Arbeit an der neuen Kür aufgegangen war, zeigte sich für Hartung bereits am ersten Wettkampftag. In den Vorläufen am Samstag gelang ihr ein Lauf, mit dem sie selbst besonders zufrieden war. „Das war das Beste, was ich je gefahren bin“, sagt die 21-Jährige.

Mit 26 Tricks in zwei Minuten fährt Claire Hartung aus Bergneustadt erneut zum EM-Titel.
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Am folgenden Tag machte sie schließlich den dritten EM-Titel in Serie perfekt. Routine ist das Gewinnen für Hartung deshalb aber noch lange nicht. Auch nach drei Erfolgen hintereinander bleibt der Europameistertitel für sie jedes Jahr etwas Besonderes. Bei ihrer Disziplin kommt es dabei nicht darauf an, mit möglichst hoher Geschwindigkeit über das Wasser zu fahren. Entscheidend sind die Tricks und deren Ausführung. Für manche Manöver braucht Hartung mehr Tempo, für andere muss sie langsamer unterwegs sein. Für klassische Jetski-Rennen sei ihr Sportgerät ohnehin nicht ausgelegt. Um die anspruchsvollen Abläufe sicher zu beherrschen, trainiert die Bergneustädterin normalerweise einmal pro Woche auf dem Wasser. Rückt ein Wettkampf näher, steigt das Pensum auf drei bis oder vier wöchentliche Einheiten.

Bei der Europameisterschaft im Jetski-Freestyle trat Claire Hartung als einzige Frau unter insgesamt 36 Teilnehmern an.
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Nach der Europameisterschaft ist für Hartung noch nicht Schluss für diese Saison. In Frankreich steht für sie zunächst allerdings weniger der Wettkampf im Mittelpunkt. Dort ist sie momentan mit dem Jetski zum Freeriden unterwegs – vor allem zum Spaß. Daneben gibt es noch einen virtuellen Wettbewerb, bei dem sich Jetski-Freestyler aus verschiedenen Teilen der Welt miteinander messen. Die Teilnehmer reichen ihre jeweils zweiminütige Kür per Video ein.
Hartung wurde bei diesem Wettbewerb bereits Zweite im vergangenen Jahr und tritt dort unter anderem gegen Sportler aus den USA und Japan an. Den internationalen Vergleich findet sie reizvoll, mit einem Wettkampf vor Ort sei das Format aber nur bedingt vergleichbar. Weil die Fahrer ihre Kür mehrfach aufnehmen und anschließend ihren besten Versuch einreichen können, fehle ein Teil des unmittelbaren Wettkampfdrucks. Den hat Hartung bei der Europameisterschaft dagegen reichlich erlebt.
Hartungs Kür ist auch auf YouTube zu sehen.
