Der Platz vor der Altstadtkirche in Bergneustadt wird weiter der Kirchplatz sein. Eine SPD-Idee zur Umbenennung bekam keine Mehrheit.
NS-ZeitStadtrat lehnt Widmung für Pfarrer Schmitz in Bergneustadt ab

Ab dem Herbst 1934 wirkte Heinrich Schmitz als Pfarrer in Bergneustadt.
Copyright: Stadtarchiv Bergneustadt
Der frühere Pfarrer Heinrich Schmitz (1890-1968) wird in Bergneustadt keinen Platz mit seinem Namen bekommen. Zwar konnte sich der Stadtrat auf eine Plakette vor der Altstadtkirche einigen, mit der an den Widerstand des Geistlichen gegen den Nationalsozialismus erinnert wird, der Schmitz in das Konzentrationslager Dachau brachte – die Benennung oder Umbenennung eines öffentlichen Raumes nach Schmitz lehnte die Politik allerdings mehrheitlich ab.
Den Bergneustädter Kirchplatz gibt es streng genommen gar nicht
Der Vorschlag kam im Sommer vonseiten der SPD, die zunächst den „Kirchplatz“ in der Altstadt favorisierte. Bei näherer Prüfung stellte sich dann aber heraus, dass es diesen Platz im Neustädter Adressverzeichnis gar nicht gibt – der Platz gehört vielmehr zur Kirchstraße, man hätte einen Teil der Straße abtrennen und umbenennen müssen – mit Folgen für die Anwohner. Zuletzt hatte sich deshalb sogar das Presbyterium der Kirchengemeinde Lieberhausen-Bergneustadt gegen eine Veränderung ausgesprochen.
Auch die ins Gespräch gebrachte Alternative – der derzeit im Bau befindliche Parkplatz am Stadtgraben, also am Aufgang zur Altstadt – fand im Rat nur die Unterstützung der SPD. Die Gegenargumente der Mehrheit: Dort fehle der räumliche Bezug zur Altstadtkirche und ein schlichter Parkplatz entspreche nun auch nicht der Lebensleistung von Pfarrer Schmitz.
