- Mit 17 Arten wie Linde, Eiche und Hainbuche war die Vielfalt schon vorher groß.
- Elf Neupflanzungen erweitern das Spektrum um Bäume wie Esskastanie, Akazie, Walnuss und Platane.
- Auch Klassen anderer Schulen sollen neben den mehr als 40.000 Badbesuchern im Jahr etwas über die heimische Natur lernen.
Bielstein – Das Bielsteiner Freibad will seine Besucher fit machen – künftig auch in naturkundlicher Hinsicht. Pünktlich zum eigentlich in zwei Wochen geplanten Saisonstart haben die Betreiber einen Baumlehrpfad angelegt. Auf dem Badgelände in der Wiehlaue stehen nun 28 verschiedene Baumarten.
Mit 17 Arten wie Linde, Eiche und Hainbuche war die Vielfalt schon vorher groß. Elf Neupflanzungen erweitern das Spektrum um Bäume wie Esskastanie, Akazie, Walnuss und Platane. Bei der Auswahl der Arten aus aller Welt legte der städtische Gärtnermeister Felix Buchen Wert darauf, dass sie sich an dem sumpfigen Standort wohlfühlen und sich über das Jahr mit vielfarbigem Blattwerk abwechseln. Dazu gehören zwei Säuleneichen, die bisher im alten Kurpark im Wiehler Zentrum standen und die Städtepartnerschaften mit Hem in Frankreich und Jokneam in Israel würdigen. Nun sollen sie neben der Grauwackestele am Nordrand der Liegewiese anwachsen.
70 Meter langer Fußerlebnispfad
Der Fördervereinsvorsitzende Eberhard Klein hatte die Idee, im Freibad die Natur vorzustellen und damit zugleich die Attraktivität des Bads zu erhöhen. „Wir haben hier ja nur ein Schwimmbecken und bemühen uns darum, auf dem Gelände noch etwas anderes zu bieten.“ So hat der Verein in den vergangenen Jahren unter dem Titel „Fit und gesund“ Bewegungsmöglichkeiten geschaffen, darunter einen 70 Meter langen Fußerlebnispfad.
Ein regionales Freizeitangebot attraktiver zu machen und auch noch mit Wissensvermittlung zu kombinieren – das entspreche ziemlich genau dem Ziel des Leader-Förderprogramms „1000 Dörfer – eine Zukunft“, sagt die zuständige Regionalmanagerin Heike Brand. So wurde dem Projekt eine Förderung von 16 000 Euro zugesprochen, überwiegend EU-Mittel, die 65 Prozent der Gesamtkosten von 25 000 Euro ausmachen.
Mithilfe des früheren Betriebsleiters der städtischen Freizeit- und Sportstättengesellschaft Wiehl (FSW), Michael Schell, überwand der Förderverein alle bürokratischen Hürden des Antragsverfahrens. Brand sagt: „Das Verfahren ist sicher aufwendig, verläuft aber recht schnell, wenn der Projektträger wie in diesem Fall gut organisiert ist.“ Dass die Anträge gewissenhaft geprüft werden, findet FSW-Chef Andreas Zurek durchaus richtig: „Immerhin geht es ja um das Steuergeld von uns allen.“
Sekundarschule macht mit
Im Fördergeld inbegriffen sind neben den Anpflanzungen auch das Aufstellen von Schildern, die an jeder Baumart über deren Blätter, Früchte und Verwertungsmöglichkeiten informieren. Beim Sammeln der Informationen arbeitet der Förderverein mit der nahen TOB-Sekundarschule zusammen. In einem zweiten Schritt und mit erneuter Förderung würde Eberhard Klein die Bäume gern mit Sensoren ausstatten, die es der Schule erlauben, Saftfluss, Temperatur und andere Kennzahlen der Baumentwicklung digital zu messen und auszuwerten.
Auch Klassen anderer Schulen sollen neben den mehr als 40 000 Badbesuchern im Jahr etwas über die heimische Natur lernen, findet Eberhard Klein: „Viele junge Freunde wissen ja nicht mehr, was eine Lärche ist.“
