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Interview

Ausblick 2026
Mitten in den Planungen für Höhlenerlebniszentrum und Bahnhof in Ründeroth

3 min
Lukas Miebach im Porträt.

Lukas Miebach hat mehrere Projekte auf der Agenda.

Im Interview verrät der neue Engelskirchener Bürgermeister Lukas Miebach, welche Projekte in diesem Jahr in der Gemeinde anstehen.

Lukas Miebach (37, CDU) ist seit dem Herbst 2020 Bürgermeister in Engelskirchen. Im Interview spricht der dreifache Familienvater über die großen und kleinen Vorhaben für 2026.

Herr Miebach, welches Projekt sollte in diesem Jahr in jedem Fall fertig werden?

Die Planung für die Bücherfabrik in Ründeroth muss fertig werden, damit es endlich einen Baustart geben kann. Baurecht benötigen wir auch für den Skatepark neben dem VfL-Gelände, und hoffentlich wird auch der Bahnhof in Ründeroth fertig. Die Bürger wollen in Ründeroth endlich wieder vernünftig essen gehen können.

Das sind ja nicht wenige Projekte, und weitere kommen dazu. Wie sieht die personelle Situation in der Verwaltung aus?

Es ist uns gelungen, den Fachbereich Bauen und Planen endlich wieder zu besetzen. Das ist sehr wichtig, wie die zahlreichen Bauprojekte zeigen. Ich bin glücklich, dass wir hier eine gute Lösung gefunden haben. Auch der Verwaltungsvorstand ist komplett. Das Grundgerüst steht und ich bin zuversichtlich, dass wir letzte offenen Positionen bald besetzt bekommen. Neue Kolleginnen und Kollegen, mich eingenommen, bringen von außen einen anderen Blick mit. Dazu haben wir die erfahrenen Mitarbeitenden, die schon lange hier tätig sind – das ist eine gute Mischung und eine super Chance.

Was ist denn die größte Herausforderung in diesem Jahr?

Bei Bücherfabrik, Bahnhof und den Planungen für das Höhlenerlebniszentrum ist viel Arbeit zu leisten. Aber beispielsweise auch der Brandschutzbedarfsplan, der OGS-Ausbau oder die Vorarbeit für den Ausbau der Turnhalle Engelskirchen mit einer Bühne binden Kapazitäten. Das müssen wir gut aufeinander abstimmen. Die Verwaltung hat also viel zu tun, leistet aber ordentliche Arbeit.

Wie sieht es denn mit der Digitalisierung der Verwaltung aus?

Wir haben mit Engelbert, dem Chatbot, zwar bereits eine digitale Hilfe auf der Internetseite, dennoch steht bei der Homepage ein Relaunch an. Wir wollen mehr Informationen leichter bereitstellen und beispielsweise Termine von Vereinen und Institutionen zugänglicher machen. Die Verwaltung versteht sich als Dienstleister. Wir sind auf Facebook, Instagram, Youtube und WhatsApp vertreten, eine eigene App ist noch ein Wunsch. Auch wenn schon einige Prozesse digital ablaufen, müssen wir weitere digitale Standards schaffen und Prozesse optimieren.

Die zahlreichen Projekte kosten ebenso Geld wie Technik. Wie steht es um die Finanzen?

Wir haben bisher großes Glück mit unseren Unternehmen und können auf die Gewerbesteuer setzen. Wir sind in engem Austausch mit den Firmen und schauen, was wir tun können, damit sie sich gut entwickeln. Unsere Möglichkeiten sind mit Blick auf die vorhandenen Flächen aber sehr begrenzt. Ich blicke da vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Wenige freie Flächen, das gilt ja auch für Baugebiete.

Deshalb bin ich froh, dass es mit dem Baugebiet Buschhausen vorangeht. Die Baustraße ist fertig und die Grundstücke sind in der Vermarktung. Auch mit dem Gelände der Bücherfabrik, dem „Ründerother Quartier“, haben wir eine gute Perspektive und können damit in Engelskirchen neben dem Platz für Ein- und Zweifamilienhäusern dann auch neue Mietwohnungen anbieten. Wir haben also insgesamt ein gutes Angebot.

Für Unternehmen und auch bei weiterem Bevölkerungswachstum durch mehr Wohnraum spielt die Infrastruktur eine wichtige Rolle.

Aktuell macht uns die Wiehltalbrücke Sorgen. Wenn die ganz oder teilweise gesperrt wird, gibt es insbesondere in Ründeroth eine starke Verkehrsbelastung. Unabhängig von einer möglichen Sperrung der Brücke wären langfristig mehr Kreisverkehre im Gemeindegebiet hilfreich, um viel befahrene Kreuzungen zu entlasten und sicherer zu machen. Ein wichtiges Thema sind auch die Schließzeiten der Bahnschranken. Hier müssen wir in Abstimmung mit der Bahn sehen, welche Optimierungsmöglichkeiten es gibt. Die Sanierung von Straßen und Brücken ist zudem ein Dauerthema, das in vielerlei Hinsicht Kapazitäten fordert, von der Planung bis hin zu den Finanzen. Als nächstes sind da die Arbeiten für den Neubau der Brücke Dörrenberg ausgeschrieben.

Zur Infrastruktur gehört auch das Thema Energie. Wie sieht es mit der Windkraft aus, hier gab es ja verschiedene Vorstöße?

Das wird ein spannendes Jahr. Es geht neben dem Rechtsstreit um den Standort bei Metabolon auch um die Planungen im Bereich „Südwest“. Zum Beispiel ist noch offen, wie bei einer erfolgreichen Umsetzung die Bürger beteiligt werden können und wollen.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Heimatgemeinde am meisten?

Am liebsten bin ich mit meinen Kindern unterwegs und probiere unsere Spielplätze aus. Besonders gespannt bin ich darauf, wie sie den neuen Wasserspaß im Ründerother Kurpark finden. Aktuell freue ich mich auf den Karneval! Die beiden Proklamationen waren für mich schon etwas Besonderes. Das nächste Highlight ist ganz sicher der Rathaussturm.