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Bürgereingabe zum Verkehr in ZollstockEnttäuschung über Beschluss zum Kalscheurer Weg

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Am Kalscheuerer Weg gibt es zwischen Kendenicher Straße und dem Kreisel am Oberer Komarweg keinen Gehweg. Fußgänger müssen sich hier durch Matsch und Pfützen quälen.

Am Kalscheuerer Weg gibt es zwischen Kendenicher Straße und dem Kreisel am Oberer Komarweg keinen Gehweg. Fußgänger müssen sich hier durch Matsch und Pfützen quälen.

Am Kalscheurer Weg sorgt die Verkehrssituation seit Jahren für Ärger. Die Politik beschließt nun Gehweg und Überweg – doch der Initiator bleibt skeptisch.

Andreas Marquardt wohnt seit acht Jahren am Kalscheurer Weg in Zollstock, nahe der Kreuzung mit der Kendenicher Straße. Täglich beobachtet er dort die Verkehrssituation – und sieht vor allem vier Probleme. „Trotz der Durchfahrtsperre vom Kreisel bis zur Kendenicher Straße fahren hier aus Bequemlichkeit viele Autofahrer und auch Lkw-Fahrer her. Für Fußgänger gibt es zwischen der Kendenicher Straße und dem Kreisel keinen Gehweg, und sie können nicht sicher die Straße queren. Viele Autofahrer halten sich zudem nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung und rasen weiter stadteinwärts an Kitas und der Schule vorbei“, sagt Marquardt.

Um die Situation zu verbessern, reichte er eine Bürgereingabe ein, über die die Bezirksvertretung in ihrer jüngsten Sitzung Ende Januar diskutierte. Bereits im Dezember stand das Thema auf der Tagesordnung, wurde jedoch vertagt.

Durchfahrt mit Pollern verhindern

Um die stark genutzte Strecke zur Autobahnauffahrt Eifeltor an der A4 zu entlasten, hatte die Stadt vor einigen Jahren eine Durchfahrtsperre für den motorisierten Individualverkehr vom Kreisel am Oberen Komarweg bis zur Kendenicher Straße eingerichtet. Nur Linienbusse, Taxis und Radfahrer dürfen hier stadteinwärts fahren. „Es sind sicher um die 200 Fahrer, die die Durchfahrtssperre täglich missachten“, meint Marquardt. Als mögliche Maßnahmen schlug er unter anderem Aufpflasterungen oder Poller am Kreisel vor. Um den Busverkehr nicht zu beeinträchtigen, regte er für die Linien 138 und 131 Wendepunkte an, an der Haltestelle Oberer Komarweg vor dem Steinmetzbetrieb oder auf der kleinen Grünfläche gegenüber am Südfriedhof gelegen.

Zudem fordert Marquardt dringend einen Gehweg sowie einen Fußgängerüberweg nahe der Kendenicher Straße. Zwar gibt es dort eine Mittelinsel, diese hält er jedoch für nicht ausreichend. „Es geht mir um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer“, betont er.

Fußgänger müssen durch Matsch und Pfützen

Die Verkehrssituation am Kalscheurer Weg beschäftigt die Lokalpolitik seit Jahren. Fußgänger müssen sich zwischen Kendenicher Straße und Kreisel häufig durch Matsch und Pfützen auf der Ostseite der Straße bewegen, wo oft Friedhofsbesucher parken. Mehrfach forderten Bezirksvertreter dort einen Gehweg und einen Fußgängerüberweg, zumal sich seit 2019 eine Geflüchtetenunterkunft mit mehr als 100 Bewohnern, überwiegend Familien, am Kalscheurer Weg befindet. 2016 wurden im genannten Bereich beidseitig Fahrradschutzstreifen eingerichtet. Seit Jahren gilt Tempo 30 auf dem Kalscheurer Weg.

Die Stadtverwaltung erklärte in einer Stellungnahme, dass Aufpflasterungen und Schwellen wegen Lärms und Behinderungen für Rettungsdienste in Köln nicht mehr eingesetzt würden. Auch Fahrbahnverengungen seien problematisch. Die vorgeschlagenen Buswendepunkte seien zwar möglich, aber nicht empfehlenswert, da sie einen längeren Fußweg zum Friedhof beziehungsweise den Verlust der Grünfläche und längere Fahrwege der Busse zur Folge hätten. Die Voraussetzungen für einen Zebrastreifen sieht die Verwaltung nicht erfüllt.

Ein Gehweg solle im Zuge der geplanten Quartiersentwicklung am Kalscheurer Weg auf der Friedhofsseite entstehen, teilte sie mit. Dort will eine Mietergenossenschaft mehr als 100 Wohnungen bauen. „Es zieht sich, wir sind alle ungeduldig“, sagte Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller.

Gehweg und Zebrastreifen gefordert

„In die Busrouten wollen wir nicht eingreifen, aber einen Fußweg in dem Bereich hätten wir gerne“, erklärte Bodo Schmitt, Bündnis 90/Die Grünen. Gemeinsam mit der SPD regte seine Fraktion ortseinwärts am Kreisel eine kennzeichengesteuerte Schrankenanlage an. Die lehnten CDU und FDP/KSG als unverhältnismäßig und zu teuer ab.

Einstimmig beschlossen die Lokalpolitiker schließlich den Bau eines Gehwegs sowie einer Fußgängerüberquerung an der Kreuzung Kendenicher Straße/Kalscheurer Weg.

„Insgesamt bin ich enttäuscht von der Diskussion und dem Beschluss. Den Vorschlag mit der Schranke, die da nicht nötig ist, empfinde ich als Pseudoantrag. Aber immerhin tut sich jetzt vielleicht etwas – wenn es jetzt nicht wieder Jahre dauert“, meinte Marquard nach der Sitzung.