Die Rathauschefs von Engelskirchen und Gummersbach haben eigene Vorstellungen für die neue Gestaltung des Stauweiher-Geländes in Osberghausen.
StauweiherabrissBürgermeister fordern ausgewogene Lösung für Osberghausen

Kritiker des geplanten Abrisses der Stauanlage fürchten, dass ein wertvoller Lebensraum für Vogelarten wie das Blässhuhn verloren geht.
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Im Streit um den Abriss des Stauwehrs in Engelskirchen-Osberghausen haben sich die Bürgermeister von Engelskirchen und Gummersbach zu Wort gemeldet. Der Stauweiher liegt unmittelbar an der Gemeindegrenze. Lukas Miebach (Engelskirchen) und Raoul Halding-Hoppenheit (Gummersbach) wünschen sich in einer gemeinsamen Erklärung „eine kooperative Gesamtplanung“, die zugleich dem Hochwasserschutz, dem Erholungswert des Geländes und dem Naturschutz Rechnung trägt.
Die Bürgermeister kündigen an, der Einladung des Aggerverbands zu folgen und an der Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema am Montag, 27. April, 18 Uhr in der Silberseehalle in Gummersbach-Erbland teilzunehmen. Dort wird die strittige Frage noch einmal erörtert werden, ob die Wiederherstellung einer uneingeschränkten Durchgängigkeit der Agger ökologisch sinnvoll ist.
Kölner Bezirksregierung hat den Abriss angeordnet
Die Bezirksregierung hat diese Maßnahme angeordnet. Fische und Wassertiere würden davon profitieren. Mit dem Verlust des stehenden Gewässers würde aber zugleich ein Lebensraum für teils seltene Wasservögel verloren gehen.
„Die Agger ist ein Stück Heimat“, schreiben die Bürgermeister. „Das soll sie auch bleiben.“ Das Ablassen des Sees und der Umbau der Stauanlage sollte als Chance genutzt werden, den Nutzen der Fläche für die Allgemeinheit neu auszuhandeln. Dabei seien drei Aspekte wesentlich, meinen Miebach und Halding-Hoppenheit: zum einen der Nutzen des Stauweihers für den Hochwasserschutz, dessen Bedeutung insbesondere bei den Überflutungen im Sommer 2021 und im Winter 2023/24 in Oberberg deutlich wurde.
Zum anderen sei der „gesellschaftliche Wert der Anlage“ zu berücksichtigen: „Die Stauanlage Osberghausen ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein Ort der Erholung und auch bei Anglerinnen und Anglern beliebt. Seit vielen Jahren bestimmt sie das Landschaftsbild, das man liebgewonnen hat.“
Und schließlich gelte es, einen ausgewogenen Naturschutz zu gewährleisten, meinen die Bürgermeister von Engelskirchen und Gummersbach: „Themen wie Fischdurchgängigkeit, Brutgebiete, Vogelschutz und vieles andere mehr müssen deshalb aus unserer Sicht gleichsam betrachtet werden.“
