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BrachgeländeDas sind die neuesten Pläne für die Bücherfabrik in Engelskirchen-Ründeroth

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Blick auf die Alte Bücherfabrik in Ründeroth

Schicke Wohnungen in historischen Mauern, aber auch Praxen, Kleingewerbe und einen Kindergarten können sich Ralf und Tim Rother in der Alten Bücherfabrik vorstellen. Stand heute, soll 2031 alles fertig sein. 

Auf dem Gelände soll demnächst das „Ründerother Quartier“ entstehen. Details haben die Architekten Ralf und Tim Rother jetzt verraten.

Nach der Bürgerversammlung zu den Plänen für das Gelände der Alten Bücherfabrik in der vergangenen Woche ziehen die Investoren, die Engelskirchener Architekten Ralf und Tim Rother, ein durchweg positives Fazit. „Solche Versammlungen enden ja oft damit, dass Menschen frustriert nach Hause gehen – diesen Eindruck hatte ich überhaupt nicht. Ich denke, wir konnten alle Fragen erschöpfend beantworten“, betont Ralf Rother. Sogar Applaus habe es von den rund 100 Interessierten gegeben.

Engelskirchener können sich noch bis zum 25. März äußern

Zuvor hatte das Publikum im Engelskirchener Ratssaal aktuelle Details zu dem Projekt erfahren. Erste Erkenntnis: Der „Hubertuspark“ war gestern, künftig soll das von den Rothers vorgestellte Wohn- und Kleingewerbegebiet den Namen „Ründerother Quartier“ tragen. Bereits Anfang Februar hat der Engelskirchener Planungs- und Umweltausschuss für die Änderung des Flächennutzungsplans und parallel auch die Aufstellung des Bebauungsplans „Ründerother Quartier“ gestimmt – seit dem 28. Februar und noch bis zum 25. März können sich im Rahmen der sogenannten frühzeitigen Beteiligung nun allerlei Behörden, aber eben auch Bürgerinnen und Bürger zu den Entwürfen und Ideen äußern.

Neubauten mit 48 Wohnungen für Ründeroth

Zur Erinnerung: Nach dem Scheitern der Gemeindepläne zur Verwandlung der Industriebrache in ein Gesundheitszentrum hatten die Architekten der Öffentlichkeit bereits im Herbst 2024 ein Konzept vorgestellt, damals eben noch unter dem Namen „Hubertuspark“, in Anlehnung an die Hubertusstraße, die in der Ostkurve von der Landesstraße 136 abbiegt.

Sie soll auch nach wie vor die zentrale Zufahrt in das neue Quartier bilden, das grob zweigeteilt entwickelt wird: Im von der Landesstraße aus gesehenen hinteren Teil werden sechs neue Häusern mit insgesamt 48 Mietswohnungen errichtet, direkt an der Oststraße die historischen Gemäuer entkernt und erneuert. Ursprünglich waren sogar sieben Gebäude für den Hintergrund geplant. „Dort ist das Gelände allerdings recht steil, deshalb verzichten wir auf ein Haus. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass wir zusätzliche Bäume pflanzen können, die Bebauung wird luftiger und weniger Fläche versiegelt“, erklärt Ralf Rother.

Solche Versammlungen enden ja oft damit, dass Menschen frustriert nach Hause gehen – diesen Eindruck hatte ich überhaupt nicht. Ich denke, wir konnten alle Fragen erschöpfend beantworten.
Architekt Ralf Rother ist hochzufrieden mit der Bürgerversammlung

Apropos luftig: Am bestehenden Fabrikgebäude wird die ein oder andere Mauer fallen, um das Ensemble insgesamt in Richtung Landesstraße zu öffnen. Nach wie vor haben sich die Rothers aber auf die Fahne geschrieben, möglichst viel alte Bausubstanz zu erhalten – das gilt auch und sogar insbesondere für den großen Industrieschornstein.

Neben weiteren 23 Miet- und Eigentumswohnungen können sich die Investoren im 3000 Quadratmetern großen Altbestand vor allem Arztpraxen, Gesundheitseinrichtungen und Kleingewerbe vorstellen, auch mit Kita-Trägern laufen Gespräche. Eingeplant ist auch eine Tiefgarage mit 30 bis 35 Parkplätzen unter einer der alten Fabrikhallen. „Wohnen in alten Industriemauern ist ungeheuer gefragt, gleich nach der Versammlung haben mich schon Interessenten angesprochen“, verrät Ralf Rother.

Thema war in der Versammlung aber auch die schwierige Verkehrssituation. Möglich scheint, dass entlang der Landesstraße ein Parkverbot eingerichtet und die zulässige Höchstgeschwindigkeit gesenkt wird. Vom Tisch scheint dagegen eine separate Linksabbiegespur in der Ostkurve aus Fahrtrichtung Wiehlmünden, weil er die Situation noch unübersichtlicher machen würde als sie jetzt schon ist.