Zum 50. Mal hat der Verein Lichtbrücke seinen Weihnachtsmarkt ausgerichtet: 35 Gruppen machten 16 Räume des Aggertal-Gymnasiums rappelvoll.
LichtbrückeFamilie serviert beim Jubiläumsbasar in Engelskirchen Köstliches aus Pakistan

Servierten bei dem Jubiläumsbasar der Lichtbrücke in Engelskirchen zum ersten Mal Speisen aus ihrer Heimat (von links): Faris, Samreen und Muhammad Faheem aus Kürten. Die pakistanische Familie lebt in der Gemeinde Kürten (Rheinisch-Bergischer Kreis).
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2025 minus 1973 macht 52 – minus zwei Corona-Jahre, das ergibt ein Jubiläum. Es ist also ein ganz besonderer Basar, zudem der Hilfsverein Lichtbrücke am vergangenen Wochenende ins Engelskirchener Aggertal-Gymnasium eingeladen hat, nämlich der Fünfzigste – und riesengroß ist der auch: In 16 Räumen der Schule haben sich 35 Gruppen mit ihren Ständen breitgemacht. Das Gewusel um die Tische und Stände ist immens.
Hüter dieser Tradition ist eben die 1983 gegründete Lichtbrücke, die diese Tradition einst von der Andheri-Hilfe übernommen hat. Das Ziel ist aber immer das gleiche: Armen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben, heute in Bangladesch, einem der ärmsten Länder überhaupt.
Viele Gratulanten sind zum Jubiläumsbasar der Lichtbrücke gekommen
Kein Wunder also, dass Kreisdechant Christoph Bersch als einer der vielen Gratulanten von einem „großen Geschenk der Begegnung über tausende von Kilometern und auch ganz in der Nähe“ spricht und von einem Verein, der eben Licht bringt und Brücken baut „in Zeiten, in denen vielen lieber über die Dunkelheit klagen“. Landrat Klaus Grootens hat unterdessen ausgerechnet, dass er gerade zweieinhalb Monate alt ist, als der erste Basar stattfindet und Engelskirchens neuer Bürgermeister Lukas Miebach freut sich, dass er wieder mal keinen Parkplatz gefunden hat – jeder Schaulustigen verbindet im Aggertal-Gymnasium seine ganz eigene Tradition mit dem Geschehen dort.
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Mit Spielen aller Art handelte Kunibert Schrahe auf dem Basar der Lichtbrücke im Engelskirchener Aggertal-Gymnasium.
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Die Unterstützung aus Oberberg geht etwa an Vorschulen und Berufsbildungszentren, sie fließt in Kleinkredite und Gesundheitsdienste, sie kommt nicht zuletzt der Thomas-Abendschule für Kinderarbeiter in Satkhira zugute: Dort werden abends Kinder und Jugendliche unterrichtet, die tagsüber Geld für die Familie verdienen müssen.
In Engelskirchen wird auch des verstorbenen Gründer-Ehepaares gedacht
Aber auch Trauer schwingt mit. „Es ist der erste Basar, der ganz ohne die beiden inzwischen verstorbenen Lichtbrücke-Gründer Mathilde von Lüninck-Knipp und Friedel Knipp auskommen muss“, sagt Vereinssprecherin Astrid Künnemann. Und ihr Kollege Stefan Herr freut sich, dass der Basar auch nach so langer Zeit neue Freunde findet, zum Beispiel die Familie Faheem aus Kürten.
„Unsere Wurzeln liegen in Pakistan, aber auch in Bangladesch“, sagt Faris Faheem, während er in silbernen Schüsseln rührt: Dahi Barey (gebratene Linsen mit Joghurt), Choley (gemischter Teller mit Zwiebeln, Koriander, grüner Chili und Tamarinde) und auch die Küchenklassiker Aloo Samosa (Kartoffeln in Weizenmehlteig), Halwa und das Reisgericht Biryani. „Als wir von Freunden gehört haben, dass es hier so einen Basar gibt, der Bangladesch hilft, wollten wir sofort mitmachen“, blickt Faheem zurück, zu sechst steht die Familie am Stand.
Klassiker hat auch Kunibert Schrahe im Angebot: Gesellschaftsspiele und kunterbunte Puzzle. „Sind Kinder dabei, spielen auch die Großen wieder“, hat der Engelskirchener beobachtet. Seit 1987 mischt die private Gruppe beim Basar der Lichtbrücke mit und bietet gebrauchte Spielwaren an und eröffnet eine Puppenboutique. Neu ist dagegen Susanne Selbach vom „Kunsthandwerk quer Beet“ aus Gummersbach-Würden, aber ihr Angebot ist alt: Sie zeigt, wie aus Trödel und Ausrangiertem Neues entsteht: „Ich liebe es, kreativ zu sein mit Recycling und Upcycling.“
Mit Professor Golam Abu Zakaria hat die Lichtbrücke nun einen Vorsitzenden; der frühere Medizinphysiker berichtet von den vielen Herausforderungen, denen er sich in seinem Leben bisher gestellt hat: Mit der Lichtbrücke sei eine weitere, eine sehr schöne hingekommen, freut sich der 72-Jährige.

