Gummersbach – „Was hängt da eigentlich für ein Mist am Kühlschrank? Ach, das sind ja Eintrittskarten.“ So oder so ähnlich stellt sich Dieter Nuhr die Überraschung seiner Gäste vor, als sie in den letzten Tagen die Tickets für sein Programm „Kein Scherz!“ wieder entdeckten.
Denn eigentlich sollte der Kabarettist bereits im vergangenen Dezember in der Schwalbe-Arena in Gummersbach auftreten. Dann kam Corona und die Vorstellung musste um zehn Monate nach hinten verschoben werden. Trotz der langen Wartezeit schien das Publikum ihn nicht vergessen zu haben, war die Halle am Samstagabend mit über 800 Menschen doch gut besucht.
Nuhr: Preise für Bücher und Programme
Dieter Nuhr ist bekannter Kabarettist, Autor und Fernsehmoderator, der eine lange Liste von Büchern und Programmen verfasst und dafür einige Preise eingeheimst hat. Auch die Besucher, die sich an diesem Abend versammelt hatten, kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Als er pünktlich um 20 Uhr die Bühne mit einem Tablet unter dem Arm betrat, zog er erst mal seine Jacke aus. „Bergisches Land? Da ist es hoch, da wird die Luft dünn. Zieh dich dick an, habe ich gedacht“, scherzte er.
Dabei sei ihm kurz vorher noch gar nicht zum Lachen zu Mute gewesen, weil er dem Blitzer nahe der Autobahn in die Falle gegangen sei. Seine Begründung: „Das Tempolimitschild verdeckt doch irgendein städtischer Mitarbeiter immer, wenn jemand dort vorbeifährt.“
Aktuelles zwischen Nazis, Linken und der Türkei
Nicht nur die oberbergische Obrigkeit war vor seinen Angriffen nicht sicher. Der türkische Präsident, die Genderfans, die Nazis, die Linken und auch die „Nazi-Linken“, sie alle bekommen ihr Fett weg. Gut informiert und streitlustig schaffte er es, aktuelle Probleme aufzugreifen, Absurditäten aufzuzeigen und die Gesellschaft zu parodieren. Denn eins lernt man bei Dieter Nuhr ganz gewiss: Krisen gab es schon immer und die wird es wohl auch immer geben.
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Als Beweis führt er eine beeindruckende Liste mit Weltuntergangsszenarien im zweistelligen Bereich auf. „Unser Umgang mit Krisen ändert sich jedoch. Er wird schlechter. Wir hamstern Klopapier.“ Zwei Stunden unterhält er das Publikum. Eigentlich habe er nur anderthalb Stunden auftreten wollen, plus einer Zugabe, erfährt das Publikum. Aber seit der Pandemie ist er nicht mehr zu bremsen: „Das Programm ist jetzt zu Ende, aber ich rede einfach weiter. Ich habe jetzt immer Angst, dass man im Winter nicht mehr auftreten darf.“



