Prof. Eva Grommes (32) übernimmt Professur für geschlechtersensible Informatik und Ingenieurwissenschaften Campus Gummersbach der TH Köln.
Neue ProfessurGeschlechtersensibilität rückt am Campus Gummersbach in den Fokus

Prof. Dr. Eva Grommes (32) hat die Professur für geschlechtersensible Informatik und Ingenieurwissenschaften inne.
Copyright: Monika Probst / TH Köln
Die Professur für geschlechtersensible Informatik und Ingenieurwissenschaften Campus Gummersbach der TH Köln ist jetzt besetzt: Prof. Eva Grommes (32) wird sich fürderhin u.a. damit beschäftigt, wie unterschiedliche Geschlechter in Forschung und Entwicklung stärker berücksichtigt werden können.
„Wir haben sowohl in der Informatik als auch in den Ingenieurwissenschaften immer noch viel mehr Männer als Frauen haben. Diesen Missstand wollen wir aufbrechen“, sagte vor anderthalb Jahren der damalige Dekan Prof. Dr. Christian Kohls dieser Zeitung auf die Frage, warum diese Professur wichtig sei (hier das ganze Interview). „Es ist langfristig das Ziel, den Frauenanteil am Campus auf 50 Prozent zu steigern. Damit setzt sich die Fakultät bewusst ein sehr ambitioniertes Ziel. Große Relevanz hat das Thema aber auch in der Produktentwicklung. Wenn überwiegend Männer entwickeln, dann sieht man das in der Produktgestaltung.“
Denn Technologien sind nie neutral. Wer sie entwickelt, prägt, wer davon profitiert.
Denn ob Crashtest-Dummies oder Schutzanzüge, von KI-Systemen bis hin zu ergonomischen Anwendungen: Zahlreiche wissenschaftliche Errungenschaften sind bislang lediglich aus einer Geschlechterperspektive entwickelt und getestet worden. Dieser Missstand, betont die TH, bestehe nach wie vor. Prof. Dr. Eva Grommes soll und will das ändern.
Sie möchte den Studierenden vor allem ermöglichen, technische Innovation nicht isoliert zu denken, sondern im Kontext von Resilienz, sozialer Gerechtigkeit und Genderdimensionen, wird sie in einer Mitteilung der TH Köln zitiert. „Denn Technologien sind nie neutral. Wer sie entwickelt, prägt, wer davon profitiert. Divers besetzte Teams bringen unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse ein und führen so zu Lösungen, die praxistauglicher, gerechter und für mehr Menschen tragfähig sind,“ sagt sie.
In einem Beitrag auf ihrem Instagramkanal „energiewende.erklaert“ ergänzt sie, dass sie in ihrer Professur einen besonderen Fokus auch darauf legen möchte, gemeinsam mit ihren Studierenden die gesellschaftlichen Dimensionen von Informatik und Ingenieurwissenschaften zu erkunden. „Große Transformationsprozesse wie beispielsweise die Energiewende können wir auf der einen Seite technisch schon lösen, aber wenn wir sie nicht unter die Leute gebracht bekommen, können sie auch nicht erfolgreich sein.“
Die 32-jährige Ingenieurin hat an der TH Köln Erneuerbare Energien studiert. Nach ihrer Promotion hat sie am Campus Deutz die Forschungsgruppe „Entwicklung nachhaltiger Technologiesysteme“ aufgebaut und geleitet. Grommes ist zudem selbstständige Beraterin für digitale Transformation mit Fokus auf gemeinnützige Unternehmen und Organisationen.
Es macht uns besonders stolz, dass Professorin Grommes nicht nur die jüngste Professorin an der TH Köln ist, sondern hier auch studiert und promoviert hat.
„Es macht uns besonders stolz, dass Professorin Grommes nicht nur die jüngste Professorin an der TH Köln ist, sondern hier auch studiert und promoviert hat. Das zeigt, dass unsere Hochschule nicht nur besonders talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausbilden kann, sondern auch, dass wir Mut haben, für eben diese gemeinsam mit unserer Hochschule neue Wege in der Wissenschaft zu gehen“, sagt Dekanin Prof. Dr. Irma Lindt.
Gefördert wird die Professur über das „Programm zur Förderung von Gender Denominationen für Professuren“ des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft.
