Wie es ist, unterschiedliche Charaktere in einem Körper zu vereinen, verrät Dieter Tappert alias Paul Panzer vor seiner Show in Gummersbach.
Bald in der Schwalbe-ArenaDas verspricht Paul Panzer seiner Gummersbacher Fangemeinde

Paul Panzer begann als Scherzanrufer, heute füllt er große Hallen. Am 9. Oktober ist er in Gummersbach zu Gast.
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Dieter Tappert alias Paul Panzer ist mit seinem neuen Programm „Schöne neue Welt – Welcome To Hell“ am 9. Oktober zu Gast in Gummersbach. Wolfgang Weitzdörfer sprach mit den Komiker im Vorfeld.
Für manche die Hölle, für andere ein Luftkurort
Herr Panzer, welche Farbe hat die Hölle und wie klingt sie?
Paul Panzer: Anders als vielleicht erwartet, denke ich, sie ist bunt und laut, ein Wolf im Schafspelz, wenn man so will. Das Leben ist immer schneller geworden, immer lauter, immer toller. Der äußere Reichtum hat ein Maß angenommen, das die innere Leere, die auf der anderen Seite wartet, nur noch schlimmer macht.
Die Hölle ist ja ein vielfältiges Ding – zu welcher Hölle heißen Sie uns willkommen?
„Hölle“ ist ja tatsächlich ein relativer Begriff – was für den einen die Hölle ist, kann für den anderen einem Luftkurort gleichen. Willkommen ist man also auf jeden Fall in der Hölle des Lebens des Paul Panzer. Es kann sehr befreiend sein, und nachweislich großen Spaß machen, als nicht Betroffener den Paul mit seinem Leben kämpfen zu sehen.
14.000 Fans in der Kölner Lanxess-Arena
Kann auch das zur Hölle werden, was man liebt – in Ihrem Fall: die Bühnen zu bespielen?
Die Bühne war und ist für mich schon immer ein zweischneidiges Schwert. Seit meiner Kindheit liebe ich es, Menschen zum Lachen zu bringen, ob nur meine Mutter und Schwester oder 14.000 Menschen in der Lanxess-Arena. Andererseits war da schon immer mein Wesen, was man durchaus als kompliziert bezeichnen kann.
Wie entstehen Ihre Programme?
Durch Denken, Weiterdenken. Dadurch, die Welt, ihre Menschen und das, was sie tun, in die jeweiligen Bestandteile zu zerlegen, und dann wieder als Geschichten zusammensetzen. Wo man sich schon fragen sollte – war das jetzt auch so?
Sie wollten eine Veranstaltung mit mir machen. Und ich dachte mir dann – warum nicht? Mehr als scheitern kann ich nicht.
Wie kam es seinerzeit zu den Scherzanrufen, mit denen Sie Ihre Comedy-Karriere begonnen haben?
Das war tatsächlich eher ein Zufall. Ich war zuständig für die „fröhliche Unterhaltung“ eines Radiosenders. Diese Art der Telefon-Comedy war damals, natürlich aus Amerika, zu uns herübergeschwappt. Der Chef wollte sowas auch, ich hab’s gemacht – und es war gut.
Scheitern in Köln war keine Option
Wie kam es von dort zum kompletten Abendprogramm?
Das war das Resultat einer Anfrage von vor 25 Jahren, die vom Belgischen Haus in Köln an mich gerichtet war. Sie wollten eine Veranstaltung mit mir machen. Und ich dachte mir dann – warum nicht? Mehr als scheitern kann ich nicht.
Die beiden Leben des Paul Panzer
Es gibt ja noch ihr bürgerliches Ego namens Dieter Tappert – wie halten Sie den im Zaum?
Im Gegensatz zu mir ist das bei ihm gar nicht nötig. Ich denke, er ist die deutlich komplexere Persönlichkeit. Aber wenn einer einen Babysitter braucht, dann ist das auf jeden Fall der Paul.
Was halten sie von Tapperts Aktivitäten?
Sie sind ganz anders als das, was der Paul macht. Überhaupt ist er in vielen Punkten eher das Gegenteil von Paul, aber das ist auch irgendwie das Schöne, das Besondere. Letztendlich habe ich zwei Leben, die ich führen kann, aber nur einen Körper. Wer kann das schon von sich sagen?
Im Oktober sind Sie in Gummersbach zu Gast – was kann das Publikum erwarten?
Gummersbach wird zwei Stunden lang mehr oder weniger durchlachen können, wird einen aufregenden Abend mit einem Verrückten haben. Das ist wie ein kleiner Mini-Urlaub, ohne dabei im Job einen Tag Urlaub einreichen zu müssen.
Paul Panzer ist am Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr, in der Gummersbacher Schwalbe-Arena mit seinem neuen Programm „Schöne neue Welt – Welcome To Hell“ zu Gast. Eintrittskarten gibt es ab 53,40 Euro bei Aggerticket, (0 22 61) 3003-888.
